Rote Sichel
Ident. Nr.: A IV 271
ObjID: obj:963178
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1927
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Rote SichelÜbersetzung: Red Sickle
- Provenienz
- Nachlass/Vermächtnis: Gerda Kesting, Rostock,
1972 - Material / Technik
- Öl auf Papier auf Holz
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 38 x 38 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963178
Objektbeschreibung
Heute ist Kesting vor allem als Fotograf bekannt, doch er widmete sich zeitlebens auch der Malerei. Seine Ausbildung in Dresden – ab 1911 an der Kunstgewerbeschule, ab 1915 an der Kunstakademie – beendete er nach dem Krieg. Waren Kestings Werke der 1910er-Jahre von expressionistischen Formverzerrungen und -zersplitterungen bestimmt, wurden seine Arbeiten in den 1920er-Jahren konstruktiver und experimenteller. Er kam in Kontakt mit Herwarth Walden, in dessen Berliner Galerie Der Sturm er seit 1923 regelmäßig ausstellte. Schon 1919/1920 hatte Kesting die Kunstschule Der Weg gegründet, deren Unterricht auf einer von ihm entwickelten Kompositonslehre fußte. Darin sprach Kesting von „Bild-Bau-Werken“, in denen durch „das proportionale Zusammenfügen von Linien, Farben und Formen“ eine ineinandergreifende, harmonische Gesamtleistung, ein geistiger Organismus entstehen solle (Edmund Kesting, Proportionen in Natur und Kunst, 1926, zit. nach Der Weg. Neue Schule für Kunst, Ausst.-Kat., München, 1972, o. S.). Auch die kleine quadratische Arbeit „Rote Sichel“ folgt diesem Prinzip. In der malerischen Collage verbinden sich in spannungsvoller Durchdringung und Überlappung elementare geometrische Formen wie Kreis, Dreieck und Sichel aus verschiedenen Materialien und Farben. Die darin transportierte Dynamik wird durch die Fortführung der Komposition auf dem Rahmen, die Verwendung von farbigen Folien und Stanniolpapier sowie durch einen teils lasierenden, teils sehr pastosen Farbauftrag unterstützt. Ob das Bild, wie der (vielleicht spätere) Titel suggeriert, auch eine politische Implikation enthält, bleibt Spekulation. | Maike Steinkamp
Letzte Aktualisierung: 23.07.2026
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