Beweinung
Ident. Nr.: A IV 457
ObjID: obj:963354
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1958
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: BeweinungÜbersetzung: MourningVom Krieg besiegtes Kind
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 141,5 x 116 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963354
Objektbeschreibung
Mit dem alten ikonografischen Motiv der Beweinung setzte Strawalde seinem älteren Bruder Dieter, der 1944 bei einer Militärübung ums Leben gekommen war, ein bildnerisches Denkmal. Der Leichnam, fast gänzlich in ein Tuch gewickelt, liegt am Boden, die Mutter und zwei Geschwister stehen vor Schmerz erstarrt daneben. Im Hintergrund sieht man ein Fenster mit Rußspuren sowie Scherben. Jürgen Böttcher hatte den zerstörerischen Brand seines Elternhauses in Strahwalde in der Oberlausitz erlebt. Er erinnerte sich zeitlebens: „Die Details prägen sich ein: die schwarzen Höhlen ausgebrannter Fensteröffnungen, der Lichtschein des brennenden Dresdens am Horizont, die vom Wind über den Schnee getriebenen verkohlten Papierfetzen […]“ (zit. nach Strawalde – Jürgen Böttcher: Zeichnung, Malerei, Film, Ausst.-Kat., Dresden, 2018, S. 20). In dieser Komposition bringt der Maler seine belastenden Kriegserinnerungen zusammen. Das Bild mit seinen klaren Umrissen ist in Grautönen, mit wenig Blau und fahlem Weiß gehalten. Diese „Schwarze Periode“ in der Dresdner wie in der Berliner Malerei, hat ihre Entsprechungen und Vorläufer vor allem in Frankreich. Strawalde, wie er sich als Maler nannte, zeigte sich in den 1950er-Jahren vor allem von Picasso beeinflusst. 1949–1953 besuchte er an der Hochschule für Bildende Künste Dresden die Malklasse, 1955–1960 studierte Böttcher Filmregie in Potsdam. Fortan war er in beiden Gattungen tätig: Strawalde der Maler, Jürgen Böttcher der Filmemacher. | Angelika Wesenberg
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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