Maternité
Ident. Nr.: NG 21/71
ObjID: obj:963585
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1958/1959
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: MaternitéMutterschaftÜbersetzung: Maternity
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 50,5 x 40,5 cm
- Erwerbung
- 1971 Schenkung Elly Koehler, Gauting
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963585
Objektbeschreibung
„Maternité“ (dt. Mutterschaft) entstand in einer Zeit, als Chagall durch seine zweite Ehefrau Valentina „Vava“ Brodsky und deren gemeinsame Wurzeln wieder eine größere Nähe zu seiner jüdischen Herkunft in Witebsk (heute Belarus) empfand und zugleich die jahrzehntelange Auseinandersetzung mit der Bibel in seinen Arbeiten intensivierte. 1956 hatte er die bereits 1931 begonnene Serie „Die Bibel“ mit Radierungen zum Alten Testament fertiggestellt. Außerdem arbeitete er an Entwürfen für Kirchenfenster sowie dem Zyklus „Le Message Biblique“. Anders als für dessen monumentale Gemälde wählte Chagall für „Maternité“ das intime Kleinformat. Eine Frau mit geschlossenen Augen hält ein Baby vor der entblößten Brust. Der Heiligenschein des Kindes und der blaue Schleier der Mutter scheinen aus der christlichen Ikonografie vertraut und legen nahe, dass Chagall hier den Typus der „Madonna lactans“, der stillenden Maria, darstellt. Wie viele von Chagalls Arbeiten ist „Maternité“ aber auch biografisch zu lesen. Immer wieder setzte er sich in seiner als messianisch verstandenen Funktion als Künstler mit Christus gleich. Zudem betonte er in seinen biografischen Aufzeichnungen häufig die Rolle seiner engagierten Mutter Feiga-Ita für das Leben der Familie und sein eigenes künstlerisches Schaffen. Eine vorgebeugt sitzende Figur auf einem Eselskarren vor den verschneiten Häusern von Witebsk ist im Bild als Chagalls Vater Zahar zu lesen. Ihn beschrieb Chagall als stoisch und gegensätzlich zur dynamischen Persönlichkeit der Mutter. | Tizian Holzbach
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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