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Blick vom Brauhausberg auf Potsdam im Winter

Ident. Nr.: A II 786

ObjID: obj:963920

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Philipp Franck (1860 - 1944),
Künstler*in
Datierung
1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Blick vom Brauhausberg auf Potsdam im Winter
Übersetzung: View from the Brauhausberg over Potsdam in Winter
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1932
Kauf: Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Berlin,
Herbst 1932 - 4.2.1933
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 90 x 115 cm
Erwerbung
1932 Schenkung vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung an die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

In den letzten Schaffensjahren malte Franck nur noch selten Figurenbilder. Er konzentrierte sich auf Landschaftsdarstellungen, deren Motive er auf seinen Reisen und in der Umgebung Berlins fand. Unser Werk gehört zu einer Serie von Ausblicken über Potsdam, die Franck zu Beginn der 1930er-Jahre schuf. Über die Entstehung dieser Bilder berichtet er in seinen Erinnerungen: „1932 […] ging ich einmal am Brauhausberg in Potsdam vorüber und sah die Stadt Potsdam mit der grünen Kuppel ihrer Nicolaikirche vor mir liegen. Es lockte mich, das Gesamtbild aus großer Höhe zu überschauen, und so stieg ich auf den Brauhausberg hinauf ins Reichsarchiv und frug an, ob ich von dessen Turm aus die Stadt überschauen könne. Nach Erledigung einiger Formalitäten wurde es mir bewilligt. Ich war berauscht von dem Anblick […] und stieg nun mehrere Jahre lang die etwa 300 Stufen hoch durch das Gebäude hin. Auch zu der allerhöchsten Spitze des Turms und selbst im Winter, wo es da oben so kalt war, daß mir das Aquarell gefror“ (Philipp Franck, Ein Leben für die Kunst, Berlin 1944, S. 64 f.). Das vom Blau des Wassers der Havel, der Ferne und der Wolken wie vom Weiß des Schnees bestimmte Gemälde zeigt einen Blick nach Nordwesten, über die Mühlengebäude hin auf die Garnisonkirche. | Lothar Brauner

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz