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Stehende III (Entwurf)

Ident. Nr.: B III 142

ObjID: obj:964115

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Will Lammert (1892 - 1957),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1957
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stehende III (Entwurf)
Übersetzung: Standing Female Figure III (model)
Geografische Bezüge
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Dr. Hette Lammert, Berlin,
1957–1972
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 124 x 28 x 25 cm
Erwerbung
1972 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Ursprünglich waren „Stehende II“ (B III 141) und „Stehende III“ (B III 142) Teil eines Entwurfs für eine Figurengruppe, die in der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück am Fuß des Pylonen mit der Tragenden (B I 718) platziert werden sollte. Lammert schuf eine 15-köpfige Gruppe von Frauen und Mädchen, deren Gesichter und Körper von Hunger, Leid und Todesangst gezeichnet sind. Die Köpfe sind in unterschiedliche Richtungen gewendet, doch die Blicke sind leer und perspektivlos, die Körper ausgezehrt und schwach. Im Gegensatz dazu vermittelt Fritz Cremers Buchenwaldmahnmal (1952–1958; B I 694 und B III 279) noch kämpferischen Überlebenswillen. Als Lammert 1957 starb, waren die Figuren unvollendet und konnten zunächst nicht zur Aufstellung gebracht werden. 1985 wurden 13 der Figuren gegossen und als Mahnmal vor dem Alten Jüdischen Friedhof an der Großen Hamburger Straße 26 in Berlin-Mitte aufgestellt. In Unterlebensgröße auf einem Sockel stehend, begegnen sie den Passant*innen auf Augenhöhe. Die Wahl des Ortes sowie die Neuaufstellung waren das Ergebnis einer Übereinkunft zwischen den Erben Lammerts, der Berliner Akademie der Künste und des Magistrats von Ost-Berlin. Die Gestaltung basiert auf einem Entwurf von John Heartfield für eine Plastik, die ursprünglich für die Lammert-Gedächtnisausstellung in der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin 1959 vorgesehen war. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

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