Arbeiterfrau
Ident. Nr.: A IV 543
ObjID: obj:965024
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1949
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: ArbeiterfrauÜbersetzung: Woman Worker
- Provenienz
- Nachlass/Vermächtnis: Sohn des Künstlers, Berlin (West),
wahrscheinlich 1975 - 1985Kauf: Staatlicher Kunsthandel der DDR,
1985–1986 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 83,5 x 61 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/965024
Objektbeschreibung
Es wirkt, als würde sie warten. Schweift ihr Blick gedankenverloren in die Ferne oder richtet er sich gespannt auf eine Sache oder eine Person? Dieses Rätsel lösen weder der Werktitel noch der Zettel in der Hand der Dargestellten oder die dunkle Tür im Hintergrund. Auch wer hier abgebildet ist, wissen wir nicht. Das Gemälde entstand um 1949, der Stil entspricht Strempels expressivem Realismus und unterscheidet sich von seinen späteren Versuchen, den Anforderungen des Sozialistischen Realismus gerecht zu werden. Es spielt mit Licht und Schatten. Körper, Arme und Hände der Frau sind schematisch und fast überproportional dargestellt, während die grauen Haare und das zerfurchte Gesicht neben Müdigkeit und Alter vom individuellen und kollektiven Leid der Nachkriegszeit erzählen. Anlässlich einer Werkschau Strempels 1970 im West-Berliner Haus am Lützowplatz, auf der das Gemälde zu sehen war, schrieb die „Welt“: „Mit ehrlichem Engagement stellt er Menschen in Not und Verzweiflung dar“ (Die Welt, 10.3.1970). Für dieses Bild erscheint die Aussage fast zu stark. Die Arbeiterfrau drückt aus, was das Leben sie lehrte: Ruhe und Stoizismus und damit auch Kraft. Sie hat schon viel gesehen. | Sven Haase
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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