Grablegung
Ident. Nr.: B 357
ObjID: obj:965254
1958 erworben durch das Land Berlin
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- um 1910
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: GrablegungÜbersetzung: Entombment
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
um 1910 - 1912Tausch: Theodor Reinhart, Winterthur,
1912–1919Familie Reinhart, Winterthur, zuletzt Emely Nager-Reinhart,
1919–1958Anna Maria Bänninger, Berlin,
1958Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1958–1968 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 61 x 49,5 cm
- Erwerbung
- 1958 Ankauf von Anna Maria Bänninger durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/965254
Objektbeschreibung
Hofer veränderte und verwarf Bilder oft auf der Suche nach dem optimalen Ausdruck. Häufig forderte er von seinem Sammler Theodor Reinhart (vgl. „Stehender Jüngling“, B 1132) Werke zurück, um sie zu übermalen oder gar zu vernichten. Die Ölskizze „Grablegung“ war die Vorstudie zu einem größeren Gemälde gleichen Titels, an dem Hofer um 1910 malte. Als dieses Bild fertig war, übernahm Reinhart es zunächst, schickte es 1913 aber an den Künstler zurück, der ihm antwortete: „Ist es Ihnen gleich, wenn auf der Leinwand der ‚Grablegung‘ ein neues Bild erscheint, oder bestehen Sie auf Auffrischung des alten? Mir sagt das Motiv in der Form nichts mehr, ich möchte am liebsten etwas ganz Neues machen“ (Brief vom 14.11.1913, zit. nach Ursula und Günter Feist, Karl Hofer – Theodor Reinhart. Maler und Mäzen, Berlin [West] 1989, S. 335). Eine Woche später bestätigte Reinhart seinen Verzicht auf das Gemälde mit dem Hinweis, dass er im Besitz der Skizze sei, die ihm genüge. Daraufhin zerstörte der Künstler die große Version. Mit seiner „Grablegung“ widmete sich Hofer einem klassischen Bildtypus der christlichen Ikonografie. Der von vier Männern auf einem weißen Tuch getragene und von zwei Frauen betrauerte Leichnam Christi ist ins Bildzentrum gesetzt und durch seine helle Farbigkeit von den umgebenden Erdtönen abgehoben. Von der Gruppe abgewandt sitzt unten rechts ein weiblicher Akt mit auf den Arm gestütztem Kopf – eine Bildfigur, die Hofer zeitgleich in verschiedenen Versionen erprobte. Um 1910 schuf er weitere Werke mit religiösen Sujets, in denen eine Tendenz zu überlängten Körpern und weich fließenden Umrisslinien erkennbar ist. | Irina Hiebert Grun
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de