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Straße in Teltow in der Mark

Ident. Nr.: B W 49

ObjID: obj:965617

1949 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Wunderwald (1882 - 1945),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: um 1928
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1945
Nachlass/Vermächtnis: Berta Wunderwald, Berlin,
1945–1949
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1949–1968
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 50 x 85 cm
Erwerbung
1949 Ankauf aus dem Nachlass des Künstlers durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Neben seinen Ansichten von Berlin malte Wunderwald auch immer wieder Bilder der ländlich geprägten Ortschaften in der unmittelbaren Umgebung, zum Beispiel von Teltow in der Mark, einem in der Anlage typischen Brandenburger Straßendorf. An der baumbestandenen Hauptstraße der nunmehrigen Kleinstadt, dem zentralen Element des Gemäldes, schmiegen sich die gleichförmigen flachen Häuser eng aneinander. Nur drei Passanten sind zu sehen, die schwatzend bei den Nachbarn am Fenster stehen oder von ihren Einkäufen zurückkehren. Es ist die Beobachtung einer alltäglichen Situation, die Wunderwald hier festhielt und die für seine Bilder so charakteristisch ist. Seit Mitte der 1920er-Jahre war der Maler mit solchen Ansichten auf Ausstellungen präsent, etwa in der Galerie Landsberg oder auf den „Großen Berliner Kunstausstellungen“. Leben konnte er von seinem Erfolg nur mäßig. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde es noch schwieriger, er nahm an keinen Ausstellungen mehr teil. Stattdessen kolorierte er Werbefilme für die UFA und für Mars-Film. Im Juni 1945 starb Wunderwald an den Folgen einer Wasservergiftung. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans