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Schilf mit Wasserlachen

Ident. Nr.: A IV 423

ObjID: obj:965740

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Niemeyer-Holstein (1896 - 1984),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1969-1971
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schilf mit Wasserlachen
Schilf und Wasserlake
Übersetzung: Reeds and Water Pools
Rohrlandschaft
Material / Technik
Öl auf Leinwand auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 69,5 x 73 cm
Erwerbung
1981 Ankauf vom Künstler, Koserow/Usedom, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Bilder von Niemeyer-Holstein aus den frühen 1970er-Jahren vermitteln mitunter einen grafischen Eindruck. Mit dünner Farbe wurde gestrichelt, gezeichnet und getuscht, Farbe und Zeichnung konstituieren das Bild. Es entstehen duftige, auch unwirklich-geheimnisvolle Grundstimmungen, Lichtereignisse sind eingefangen. Das Bild „Schilf mit Wasserlachen“ (A IV 423) zeigt einen sehr hellen Tag bei diffusem Licht. Die Darstellung des flachen Graslandes mit großen Wasserlachen und mit dem Blick auf das Usedomer Achterwasser, vorn eine Reuse, rechts im Schilf ein Boot, ist aus gelben, rötlichen und blauen Tönen aufgebaut. Neben der Wiedergabe dieser Mittagsstunde gibt es auch die eines leuchtend blauen Wintertages. Die „Verschneiten Kiefern“ (A IV 424), die Sicht aus dem Atelierfenster des Malers, wirken wie Trolle, dazwischen lodert gelbes chinesisches Gras empor. Zeigt Niemeyer im ersten Bild unendliche Weite, so mit den schneebedeckten Bäumen einen Ausschnitt der Natur, Glanz und Funkeln in diesem Winkel seines winterlichen Gartens. „Man muß die Luft als Maler sehen; ob man sie auch malen will, ist eine andere Frage. Aber es ist doch die Luft, die räumliche Gegebenheiten in natürliche Zusammenhänge bringt, sie ordnet und gliedert […]. Mit dem Problem der Luft wird sich jeder Maler auseinandersetzen müssen, besonders wenn er in die Landschaft geht“ (Achim Roscher, Lüttenort: Geschichten aus dem Leben Otto Niemeyer-Holsteins, Berlin 2006, S. 276). | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans