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Tafel 4: Große Wiese aus: Frühbürgerliche Revolution in Deutschland

Ident. Nr.: n/a

ObjID: obj:966005

n/a

Details (Expert)

Datierung
Herstellung: 1979-1981
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tafel 4: Große Wiese aus: Frühbürgerliche Revolution in Deutschland
Übersetzung: Panel 4: Large Meadow From: Early Bourgeois Revolution in Germany
Material / Technik
Tempera und Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 139 x 244 cm
Erwerbung
1988 Ankauf vom Künstler, Leipzig

Objektbeschreibung

Die vierte Tafel erinnert an den „Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch (1505–1515, Prado, Madrid), dessen Außentafeln auch die gläserne Weltkugel in der Mitte von Tübkes Szenerie entnommen ist. Die Hülle des geozentrischen Weltbildes hat einen Riss bekommen; ähnlich ist der „Garten der Lüste“ in eine Art Steppe der Agonie verkehrt. In der Mittelachse liegen zwei schützende Gebüsche. Unten kauert eine Frau mit Säugling (nach Barthel Beham, „Der Welt Lauf“, 1525, National Gallery of Art, Washington D.C.). Weiter oben beobachten Mönche Szenen teils närrischen, teils visionären Charakters. Links ein Schiff auf dem Trockenen mit den Vertretern der alten Zünfte. Unterhalb dieses Narrenschiffs versucht Martin Luther den Papst beim Kräftemessen oder „Strebkatzenziehen“ zu besiegen. Es folgen ein gehenkter Ablasshändler (nach einer Zeichnung von Niklaus Manuel Deutsch, 1525), ein doppelgesichtiger Luther, der die päpstliche Bannbulle verbrennt (später aber die aufständischen Bauern unter Müntzer verdammt), ein delirierender hl. Antonius, eine rätselhafte Szene (möglicherweise ein Narrengericht) und ein gekreuzigter Papst. Rechts manifestiert sich eine Vision des Jeremias: Vor der eingerissenen Weltkugel erscheint ein Engel, der einem Mann mit grünlichem Nimbus durch Überreichung eines siegverheißenden Palmzweigs den Auftrag zur Veränderung der Verhältnisse erteilt. Gleichzeitig fährt von der Kristallsphäre ein Lichtstrahl auf eine ihr zugewandte Prophetengestalt nieder. In deren Rücken rechts dann die Vision: Ein siedender Kessel, der Unheil über alle Königreiche bringt (Jer 1,13-16), und aus dem das Haupt eines gequälten Bauern schreit. Um eine mystische blaue Masse, die „lebendige Quelle“ (Jer 2,13), sind die Fürsten und Höflinge der Erde versammelt. Über ihren Häuptern ergießen sich die sieben Plagen der Endzeit (Offenb 15-16). | Oliver Seifert

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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