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Stehende I

Ident. Nr.: B III 134 b

ObjID: obj:966215

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Kasper (1893 - 1945),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1931 (Guss 1971/72)
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stehende I
Übersetzung: Standing Woman I
Provenienz
Ottilie Kasper, Gauting,
1972
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 150 x 48 x 40 cm (inkl. Plinthe)
Erwerbung
1972 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Ottilie Kasper, Gauting

Objektbeschreibung

Der Österreicher Ludwig Kasper hatte 1925 sein Studium an der Akademie der bildenden Künste in München abgeschlossen und arbeitete nach einem Studienjahr in Paris zwischen 1930 und 1933 im schlesischen Berna auf dem Gut der Familie seiner Frau, der Malerin und Bildhauerin Ottilie Kasper. Die „Stehende I“ ist eine von Kaspers frühesten erhaltenen Skulpturen. Sie zeichnet sich durch ihre statuarische Haltung und ausdrucksvollen, reduziert eingesetzten, stilisierten Gesten aus, die typisch für den Bildhauer werden sollten. In seinen Arbeiten ging es Kasper um die Geschlossenheit der Form, die sich in einem additiven Aufbau äußert. Die Auseinandersetzung mit der griechisch-archaischen Plastik der Antike ist in seinen Werken offenkundig. Werner Haftmann beschrieb Kaspers Skulpturen und die anderer jüngerer Künstler 1934 als ein Zurückgehen zu den strukturellen Eigenheiten der Bildhauerei, die sich in der Darstellung „einfacher, frontaler Motive, des Stehens, Sitzens und Schreitens [äußerten], die, im Motiv unaktiv, den Begriff der reinen, für sich bestehenden Form nicht angreifen“ (Werner Haftmann, Grundsätzliches über die neue Bildhauerei, in: Kunst der Nation, 11. Jg. [1934], H. 17, S. 2). Die Nationalgalerie besitzt zwei Versionen der „Stehenden I“. Die Stukkofassung (B III 134 a) wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zusammen mit der „Schreitenden I“ (B III 38 a) aus dem mittlerweile zerstörten Haus der Ateliergemeinschaft Klosterstraße geborgen, in dem Kasper seit 1933 zusammen mit Künstlern wie Hermann Blumenthal, Werner Heldt und Werner Gilles ein Atelier genutzt hatte. Bis 1971 verblieb die Stukkofassung zur Aufbewahrung in der Nationalgalerie (Ost). In jenem Jahr fertigte man mit Erlaubnis der Witwe des Künstlers einen Bronzeguss davon an und erwarb diesen für die Nationalgalerie. Auch die Stukkoplastik verblieb dort. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Selbstporträt

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Zeitlebens porträtierte sich Händler selbst, wobei er sich immer in seiner Profession darstellte – wenn nicht direkt in seinem Atelier, dann stets mit Attributen, die ihn als Maler ausweisen. In „Selbstporträt“ (1978) verortet sich der Künstler in seinem karg und eng wirkenden Arbeitsraum als Bruststück in Dreiviertelansicht im Mittelpunkt des Bildes – umgeben von Objekten, die auf seine Tätigkeit verweisen: Links im Vordergrund erblickt man die im Anschnitt dargestellte Rückseite einer auf den Keilrahmen gespannten Leinwand, aus der rechten unteren Bildecke hereinkommend zwei aufeinanderliegende Farbkästen mit Tuben auf einem Tisch. An der Wand im Hintergrund hängen drei Bilder, die auf Händlers bevorzugte Genres hindeuten: Links im Hochformat ein weiblicher Akt, rechts ein Stillleben im Querformat, darunter ein Kopfstück. Der Maler selbst scheint der Leinwand vor ihm zugewandt, doch sein Blick geht an ihr vorbei zu den Betrachtenden. Charakteristisch ist nicht nur die vorwiegend auf Grau-, Braun- und Ockertönen basierende Farbpalette, sondern auch der Blick aus dem Bild: Die fortwährende Selbstbefragung, die Händler in seinen Selbstbildnissen anstellt, findet stets im Angesicht seines Gegenübers – seiner Zeit und Zeitgenoss*innen – statt. Dabei ist ein unscheinbares Detail, das auch in Gruppenbildern wiederkehrt, die brennende Lampe, die in diesem Gemälde als Symbol für das Sehen im Sinne von (Selbst-)Erkenntnis steht. | Michaela Mai

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Nur knapp findet die junge Frau Platz auf dem Sockel, ein Ellenbogen, das rechte Knie sowie die Zehen des linken Fußes weisen sogar ein Stück darüber hinaus. Das bekannte Motiv der ruhenden Nymphe, die sich den Betrachter:innen in ihrer ungezwungenen Nacktheit verführerisch darbietet, diente dem Bildhauer Lammert hier sicher als Vorbild. Frauenakte stellten insbesondere um 1930 sein bevorzugtes Sujet in Zeichnung und Plastik dar. Mehrere Varianten existieren von diesem Figurentypus aus jenen Jahren, in denen er mit kräftigen, runden und stark vereinfachten Formen experimentierte, die er massiv und grob ausgeführt hat. Seine Lehre hatte der im westfälischen Hagen zur Welt gekommene Künstler als Stuck-, Holz- und Steinbildhauer begonnen. In seiner Geburtsstadt arbeitete er anschließend für kurze Zeit im Atelier des Bildhauers und Grafikers Moissey Kogan. Mithilfe seines Mäzens, des Industriellensohnes Karl Ernst Osthaus, der auch Kogan unterstützte, konnte der mittellose Lammert ab 1911 durch ein Stipendium an der Kunstgewerbeschule in Hamburg bei dem Jugendstilkünstler Richard Luksch studieren. Während jener Zeit verbrachte er ein Jahr bei Kogan in Paris, wo er auch die Künstler Otto Freundlich und Alexander Archipenko kennenlernte. Vor allem die abstrahierte Formensprache Archipenkos klingt gelegentlich in Lammerts Skulpturen an. 1933 musste der Künstler aus Deutschland fliehen. Viele seiner zurückgelassenen Werke wurden während der Aktion „Entartete Kunst“ zerstört, doch manche von ihnen sind heute durch Aufnahmen des Fotografen Albert Renger-Patzsch bekannt, mit dem Lammert befreundet war. | Anja Pawel

Dünen am Wattenmeer

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Während Kaus vor dem Krieg noch figürlich arbeitete (vgl. „Schleppdampferhafen“, 1931, A II 752; „Mecklenburgische Dorfstraße“, 1932, A II 1062), entwickelte der leidenschaftliche Kolorist nach 1945 eine neue Bildsprache zwischen Figuration und Abstraktion. Landschaften, Architekturen und Innenräume löste er in flächige Formen auf. Er selbst beschrieb seinen künstlerischen Ausdruck rückblickend so: „In meiner Weise besteht ja ein Kunstwerk im Wesentlichen darin, dass es nicht ein direktes Abbild gibt, sondern dass es vielmehr eine Versammlung der besonderen Empfindung ist, hineingebaut durch eine echte Gliederung von Formen und Farbe.“ (zit. nach Max Kaus – Erich Heckel. Eine Künstlerfreundschaft, Ausst.-Kat. Brücke Museum, Berlin, 2015, S. 23f.) Das vorliegende Werk gehört zu einer Reihe abstrahierender Landschaftsgemälde, die auf Reisen des Künstlers an die Nordsee entstanden. Jedoch lassen sie ihr Motiv – in diesem Fall eine Dünenlandschaft auf Amrum – weiterhin erkennen. Die Gemälde, die Kaus letztlich im Atelier ausführte, fußen auf zahlreichen Skizzen, die er während seiner Tage an der See angefertigt hatte. Verschiedene grüngelbe sowie dunkel- und hellviolette Farbflächen dominieren das Gemälde. Ornamental ineinandergreifend, verleihen sie ihm einen expressiven Charakter. Die sich auftürmenden Dünen im Bildvordergrund stehen im Kontrast zu der glatten, überwiegend in hellen Pastelltönen gehaltenen, ruhigen Wasserfläche und des Himmels im Bildhintergrund, wobei beide durch Spiegelungen und Lichtreflexe eng miteinander in Beziehung stehen. | Lisa Hackmann

Porträt Adolf Erman

Porträt Adolf Erman

Haim-Wentscher war im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts eine feste Größe in der Berliner Kunstszene. Namhafte Sammler und Mäzene, Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und den Museen ließen sich ebenso von ihr porträtieren wie Stars und Sternchen aus Tanz, Musik, Kunst und Schauspiel. 1893 war sie von Konstantinopel, ihrem Geburtsort, nach Berlin gezogen, wo sie 1907/1908 an der privaten Lewin-Funcke-Schule in Charlottenburg Bildhauerei studierte. Danach gründete sie ihr eigenes privates Atelier. 1914 heiratete Haim den Berliner Maler Tim Wentscher. Ihr wohl bekanntester Auftrag ist eine Replik der Nofretete-Büste. Das Original schenkte der Kunstmäzen James Simon, der die Grabungen im ägyptischen Tell el-Amarna finanziert und die Fundstücke 1913 nach Deutschland hatte bringen lassen, 1920 dem Ägyptischen Museum in Berlin. Bereits 1913 hatte der damalige Direktionsassistent, ab 1914 Direktor des Ägyptischen Museums, Heinrich Schäfer, bei Haim eine handvermessene Kopie der Nofretete bestellt. In diesem Zusammenhang kam vermutlich auch der Auftrag zustande, den langjährigen Direktor der Ägyptischen Sammlung (1884–1914), Adolf Erman (1854–1937), zu porträtieren. Diese Büste wurde ihm anlässlich seines 60. Geburtstags überreicht; später erhielt sie einen Ehrenplatz im Ägyptischen Museum. Haim-Wentscher gab den Ägyptologen Erman mit gesenktem Kopf und halb geschlossenen Lidern in einer ernsten, geradezu ehrfürchtigen Pose wieder, die nicht zuletzt den Respekt vor seiner wissenschaftlichen Arbeit symbolisiert. | Maike Steinkamp