Spinnerin
Ident. Nr.: B I 659
ObjID: obj:966592
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1942
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: SpinnerinÜbersetzung: Spinner
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Kauf: Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
1942Magistrat von Groß-Berlin, Amt Museen und Sammlungen, Referat Rückführungen,
1949–1951 - Material / Technik
- Zink
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 79,5 x 40 x 55 cm (inkl. Plinthe)
- Erwerbung
- 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/966592
Objektbeschreibung
Eine junge weibliche Figur sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen auf einer Art zerklüftetem Felsblock. Ihr rechter Fuß steht auf dem Boden, während der linke in der Luft pendelt. Um den Kopf trägt sie ein Tuch. Ansonsten ist sie unbekleidet, was beim Spinnen durchaus unüblich ist. Links hält sie einen Spinnrocken, von dem ein hier aus Draht geflochtener Fadenstrang ausgeht, den sie zwischen Daumen und Zeigefinger ihrer Rechten aufnimmt. An seinem Ende schaukelt eine Handspindel. Das Spinnen als vorwiegend weibliche Kulturtechnik ist seit der Antike mit Figuren aus der griechischen Mythologie wie Klotho oder Penelope hochaufgeladen, der Faden Gegenstand vieler Allegorien. Ein Bronzeguss der „Spinnerin“ (Verbleib unbekannt) wurde für die Textilfirma Arnold in Thüringen hergestellt. Das für Skulpturen eher selten verwendete Material Zink, aus dem die Figur der Nationalgalerie besteht, war in Deutschland im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts populär gewesen. Vermutlich entschied sich Gerstel für dieses Material, weil die „kriegswichtige“ Bronze während des Zweiten Weltkriegs privat kaum genutzt werden durfte. Ungleich stärker wurde der Künstler damals jedoch durch die Diffamierung vonseiten des NS-Regimes sowie die Zerstörung seines Ateliers und seines Privathauses eingeschränkt. Während er im Nationalsozialismus nicht ausstellen konnte und keine öffentlichen Aufträge erhielt, setzte er seine Lehrtätigkeit fort. Ab 1949 war Gerstel Professor der Bildhauerklasse der Freiburger Akademie bis zu deren Auflösung im Jahr 1956. | Anja Pawel
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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Neue Nationalgalerie
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nng@smb.spk-berlin.de