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Knabenkopf

Ident. Nr.: B I 584

ObjID: obj:967672

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Toni Stadler (1888 - 1982),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Knabenkopf
Übersetzung: Head of a Boy
Knabenkopf "Hansi"
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1936
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 32 x 17,5 x 21 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1936 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

1935 schickte Stadler seinen wenige Jahre zuvor enstandenen „Knabenkopf“, das Porträt eines Jungen namens Hansi, zunächst als Leihgabe an die Nationalgalerie. Er sandte ihn zum Tausch gegen eine Frauenbüste, die er dem Museum offensichtlich zur Ansicht überlassen hatte (SMB-ZA I/NG 886, Bl. 479ff). Der Knabenkopf – von dem insgesamt zehn Exemplare in verschiedenen Varianten existieren (WVZ Weczerek 1988, 10 a–j) – überzeugt durch seine klare, auf das Wesentliche reduzierte Form, in der auch Stadlers Interesse an der archaisch-griechischen Plastik hervorscheint. Dieses Interesse teilte er mit seinem Freund und Bildhauerkollegen Ludwig Kasper, mit dem er zwischen 1918 und 1925 die Bildhauerklasse von Hermann Hahn an der Münchner Akademie der bildenden Künste besucht hatte. Weitere Impulse erfuhr Stadler durch Aristide Maillol, der ihn während seines Paris-Aufenthaltes zwischen 1925 und 1927 stark beeinflusste. Während der „Knabenkopf“ noch einem ausgeglichenen, klaren Formverständnis folgt und nah am Modell ausgerichtet ist, eröffneten Stadler vor allem seine Stipendienaufenthalte in Italien, 1935 in Rom und 1938 in Florenz, neue bildnerische Perspektiven, die zu einer dynamischeren, sinnlicheren Bildauffassung und einer prozesshaften Arbeitsweise führten. Stadler war damit erfolgreich: 1939 wurde ihm durch Adolf Hitler der Professorentitel verliehen, 1941 erhielt er eine Professur an der Städelschule in Frankfurt am Main – dort blieb er bis zu seinem freiwilligen Wechsel an die Münchner Akademie 1946, deren Bildhauerklasse er bis 1958 leitete. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans