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Kind und Eltern

Ident. Nr.: A IV 537

ObjID: obj:967810

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heidrun Hegewald (1936 -),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1976
Systematik/Art
Weitere Titel
Kind und Eltern
Übersetzung: Child and Parents
Provenienz
Magistrat von Berlin, Abteilung Kultur,
1986
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 110 x 190 cm
Erwerbung
1986 Übereignung des Magistrats von Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Ein Kind steht vor einem großen, runden Tisch, auf dessen Oberfläche ein Lichtstrahl ein gleichseitiges Dreieck wirft, dessen Spitze auf das Kind weist. Der Lichtschein fällt durch eine leicht geöffnete Tür, beleuchtet dabei auch das Kind und lässt zwei weitere Gestalten in dem dunklen Raum erkennen. Vorne links sitzt der Vater mit dem Rücken zum/zur Betrachter*in, rechts die Mutter mit dem Rücken zum Kind, aber auch mit von den Betrachtenden abgewandtem Gesicht. Die Eltern stützen jeweils einen Ellenbogen auf den Tisch und scheinen einander bewusst zu ignorieren, vielleicht weil sie mitten in einem beunruhigenden Gespräch unterbrochen wurden Als „Kind und Eltern“ 1977 zunächst auf der „Kunstausstellung der Hauptstadt“ am Fernsehturm in Berlin und anschließend auf der 8. „Kunstausstellung der DDR“ in Dresden gezeigt wurde, löste es eine lebhafte Diskussion in der Öffentlichkeit und zahlreiche Artikel in der Presse aus. Von besonderem Interesse war die Dynamik zwischen den drei Figuren, die als Spiegel der Herausforderungen gesehen wurden, mit denen viele Familien in der DDR konfrontiert waren: Angesichts der garantierten Erwerbstätigkeit waren viele Frauen nicht bereit, unglückliche Ehen aufrechtzuerhalten, und die Scheidungsrate war hoch. Mit diesem Bild, dem dritten, das Hegewald seit dem Abschluss ihres Studiums als Meisterschülerin von Werner Klemke an der Akademie der Künste (1971–1974) ausstellte, wurde die 41-Jährige als Malerin überregional bekannt. Das Familienleben, insbesondere die Mutter-Kind-Beziehung (siehe auch „Chile, 11. September 1973“, 1973; Kunstarchiv Beeskow), ist ein wiederkehrendes Thema in ihrem Werk. | April Eisman

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Fabeltier ("Horchtier")

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Für den Kühler eines Automobils entwarf Belling die Figur eines kleinen Tieres mit spitzer Schnauze, großen Ohren und Kugelaugen. Nicht allein aus finanziellen Erwägungen arbeitete er für die Industrie, sondern auch aus dem interdisziplinären, auf die Produktion bezogenen Ansatz des Arbeitsrates für Kunst und der Novembergruppe. Hinzu kam die zeittypische Begeisterung für Bewegung und Dynamik. Insbesondere die zunehmende Automobilisierung wurde zu einem Charakteristikum der modernen Großstadt. Für die 1921 eingeweihte Berliner Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße (AVUS) hatte Belling mit dem Architekten Wassili Luckhardt Reklamefiguren gestaltet. 1923 entwickelte er mit den Architekten Alfred Gellhorn und Martin Knauthe das Modell einer Tankstelle, und im selben Jahr entstand das „Fabel-“ oder „Horchtier“ für die Zwickauer Horchwerke AG. Der Firmengründer, August Horch, hatte bereits das Unternehmen Audi (lateinisch für „horch!, höre!“) initiiert, mit dem Horch später fusionieren sollte. Um dem Namen „Horch“ bildhaften Ausdruck zu verleihen, vergrößerte Belling ein Ohr der Tierfigur und drehte deren Kopf lauschend zur Seite. Dies war alles andere als aerodynamisch, aber auch andere Kühlerfiguren wie der 1906 etablierte Löwe bei Peugeot dienten eher repräsentativen Zwecken. Ohren und Schwanz des Tierchens lassen zudem an die Südschleife sowie die Steilkurve im Norden der AVUS denken. Bereits die ersten Prototypen der auf einem kreisrunden Schraubaufsatz befestigten Figur wurden gestohlen, eine Serienfertigung kam nicht zustande. | Dieter Scholz

Denkmal für einen spanischen Kommunisten

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Und sie bewegt sich doch! (Galilei II)

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Im Jahr 1968 erhielt Cremer den Auftrag für eine öffentliche Großplastik im Zentrum von Karl-Marx-Stadt (heute erneut Chemnitz), die dem Thema „Befreiung der Wissenschaft“ gewidmet sein sollte. Gleichzeitig wurde Horst Zickelbein beauftragt, ein Wandbild zum Thema „Leben des Galilei“ zu entwickeln. Schnell stieß Cremer auf die angebliche Aussage Galileo Galileis (1564–1642) „und sie bewegt sich doch“ und nahm sie zum Ausgangspunkt; wichtig war auch Cremers Verbundenheit Verbundenheit mit Bertolt Brecht, der 1938 „Das Leben des Galilei“ verfasst hatte. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Astronomen, der das heliozentrische Weltbild des Kopernikus bestätigte, und der Prozess der römisch-katholischen Kirche gegen ihn, in dessen Verlauf die Inquisition ihn zwang, seinen Theorien abzuschwören, sind das Thema von Brechts Theaterstück wie auch von Cremers Plastik. Galilei kniet und erhebt die Hand zum Schwur. Die Falten seines Gewandes gehen in den Scheiterhaufen über, dem er als Strafe für die „Häresie“ übergeben werden soll. Der Titel der Arbeit und die Sonnenkugel auf der linken Hand weisen jedoch auf die spätere Anerkennung der Leistungen Galileis hin. An der Sonne befindet sich eine kleine Erdkugel; beide Elemente dieser Plastik können sich drehen. Wie in vielen seiner Arbeiten verbindet Cremer zwei scheinbar entgegensetzte Momente: Galileis erzwungenen Widerruf sowie die spätere Bestätigung und Würdigung seiner Forschung. | Emily Joyce Evans