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Ident. Nr.: I. 4/59

ObjID: obj:1522501

Details (expert)

Date(s)
9. Jahrhundert
Datierung engl.: 9th century
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Iran,
Land
Dimensions
Höhe: 12,5 cm
Durchmesser: 8,9 cm
Wandungsstärke: ca. 0,1 cm

Object Description

Frei geblasener Becher aus farblosem Glas mit geschliffenem Dekor. Die sich leicht weitende zylindrische Wandung ist mit Schliffdekor versehen: In einem 7 cm hohen Schmuckfries reihen sich vier stehende und vier hängende Palmetten mit herzförmigem Umriss aneinander. Zum Boden hin folgt eine undekorierte Fläche, während zum Rand hin ein 2 cm hoher Schriftfries folgt, der sich bisher nicht entziffern ließ. Daran schließt sich wiederum eine undekorierte Fläche an. Alle Details weisen auf eine überaus sorgfältige Bearbeitung hin. Der Dekor ist im Schrägschnitt ausgeführt, sodass die Kanten weniger scharf erscheinen, sondern weiche Übergänge zwischen Oberfläche und Relief entstehen. Einzelne Flächen sowohl des Palmetten- als auch des Schriftfrieses sind durch zarte Binnenschraffuren betont. Der Becher hat eine ebene Standfläche ohne Reste einer Heftnarbe.
Dieses Stück zeichnet sich durch seine extreme Dünnwandigkeit aus. Letztere erforderte von den Handwerkern bei der Ausführung des Schliffdekors ausgesprochenes Können, da dieser mit erheblichem Druck und Kraftaufwand in die harte und spröde Oberfläche des Glases eingearbeitet werden musste. Damit die Wandung dem Druck widerstand, wurde der Becher wahrscheinlich mit einer nicht näher bekannten Masse gefüllt.
Der Palmettendekor erinnert an vergleichbare
Ornamente im Stuckdekor aus Samarra (Irak) und Nischapur (Iran). Obwohl ähnlich dekorierte Becher auch bei Ausgrabungen in Nischapur gefunden wurden, hebt sich dieser Becher durch seinen harmonischen Dekor und die hohe Qualität seiner Ausführung ab.

Last updated: 24.06.2026

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Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.