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Ident. Nr.: I. 6174

ObjID: obj:1524075

Details (expert)

Date(s)
um 740
Datierung engl.: c. 740
Dynastie: Umaiyaden
Dynastie - engl.: Umayyads
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Jordanien,
Land
Fundort: Mschatta,
Ort
Material / Technique
Kalkstein, geschnitten, eingeschnitten
Dimensions
Höhe: 35 cm
Breite: 20 cm
Tiefe: 27,5 cm
Gewicht: 19,3 kg

Object Description

Kopf einer weiblichen Statue aus Kalkstein. Der überlebensgroße Kopf gehörte wohl zu einer Statue, wie der Halsansatz auf der Rückseite zeigt. Die Augen sind als leicht hervortretende Ovale ohne Pupillen oder Augenlider wiedergegeben; möglicherweise waren diese aufgemalt. Auch der Mund mit den schmalen Lippen tritt spitz hervor. Über der Stirn ist der Ansatz der dicht gelockten Haare zu erkennen, deren Lockenstilisierung an die der Löwenmähne I. 6171 erinnert. Der Kopf ist stark beschädigt, zum größten Teil wohl vorsätzlich: die linke Kopfhälfte fehlt, ebenso die Nase und das Kinn. Auch das rechte Ohr ist nicht erkennbar, war aber vielleicht unter den Haaren verborgen. Da an der Unterseite des Kopfes kein Dübelloch vorhanden war, war er offenbar nicht separat gearbeitet, sondern wurde vom Torso abgeschlagen. Gefunden im westlichen Seitenschiff der Säulenhalle.
Lebensgroße Statuen von Frauen, Männern und Tieren gehörten zur Ausstattung des Wüstenschlosses von Mschatta. Bis heute sind die Fragmente von über 20 Statuen im sogenannten Thronsaal sowie in der Säulenhalle im Eingangsbereich entdeckt worden. Eine derartige Ausstattung ist auch aus den zentralen Bereichen anderer umaiyadischer Paläste bekannt, wo große Skulpturen aus Stuck nachgewiesen werden konnten. Sie zeigen, dass in frühislamischer Zeit im weltlichen Umfeld der Kalifenpaläste das sogenannte Bilderverbot des Islam keine spezielle Beachtung fand.
Das Statuenfragment gelangte 1903 zusammen mit der Palastfassade als Geschenk des osmanischen Sultans an Kaiser Wilhelm II. nach Berlin.

Last updated: 04.03.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.