Logo

Ident. Nr.: KtO 1121+1122

ObjID: obj:1909867

Details (expert)

Date(s)
6./7. Jahrhundert
Datierung engl.: 6th - 7th century
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Irak,
Land
Fundort: Ktesiphon,
Ort
Dimensions
Höhe: 22 cm
Breite: 100,3 cm
Tiefe: 9 cm

Object Description

Aus mehreren Fragmenten kombinierter und ergänzter Halbpalmettenfries einer repräsentativen Wandverkleidung aus Stuckplatten. Den Fries bilden je Platte drei linksläufig stehende Halbpalmetten mit sich überlappenden Stielen. Sie sitzen ohne trennenden Steg auf je acht Hohlrauten über einer breiten Randleiste. Auf Stoß aneinander gesetzt, ergaben die Stuckfliesen ein sich endlos wiederholendes Dekor. Der Zierfries saß nach Rekonstruktion der Ausgräber von Segmenten eines längs laufenden Astragalstabes getrennt als Borte unter einer mit modelgeformten, sogenannten Eichelplatten (KtO 1100-1120), besetzten Wandfläche. Neben mehreren Nīšānplatten, ornamentierten Stuckkassetten und einer Archivoltenverblendung mit Halbrundstab und Palmettenfries gehörte er zur Ausstattung kleiner, kreuzförmig um einen Raum oder Hof angeordneter Iwane eines spätsasanidischen Wohnhauses im Stadtgebiet al-Maʿarid östlich des Palasts von Ktesiphon (am Nordkanal). Nach ersten Oberflächenfunden wurden aus dem Bereich der einseitig offenen, überwölbten Nischen zahlreiche Bruchstücke geborgen. Nähere Fundumstände oder datierende Beifunde sind nicht bekannt. Es lässt sich nur feststellen, dass modelgleiche Plattenfragmente aus den Häusern IV und VI von al-Maʿarid stammen.

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.