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Ident. Nr.: I. 6134

ObjID: obj:1910867

Details (expert)

Date(s)
1. Hälfte 17. Jahrhundert
Datierung engl.: 1st half of the 17th century
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Iran,
Land
Herkunft (Allgemein): Indien,
Land
Dimensions
Höhe: 13,5 cm
Durchmesser: 21 cm
Gewicht: 2200 g

Object Description

Getriebener Helm aus Stahl mit vergoldetem und durchbrochenem Dekor; genietet und geschmiedet. Der halbkugelförmige Helm ist reich verziert: als vergoldeter Stirnfries ist Koransure 110, aufgeteilt in drei Kartuschen, aufgetragen. Dazwischen befinden sich sechs Medaillons mit Anrufungen Gottes. Auf der Kalotte, unterhalb der Helmspitze, findet sich ein zweites Inschriftenband mit weiteren Suren. Zwischen den beiden Schriftfriesen sind Medaillons mit floralem Dekor und weitere Inschriften zu erkennen. Der bewegliche Nasenschutz ist auffallend lang. Die Spitze des Helms fehlt; von ihr ist nur der verzierte Aufsteckschuh erhalten. Der Helm besaß offenbar nur eine Federhülse rechts des Nasenschutzes, in die eine Feder oder Agraffe gesteckt werden konnte. Die sechszipfelige Brünne (Hals- und Nackenschutz) ist aus qualitätvollen Ringen gearbeitet. Diese Art von Helmen wird auf Grund ihrer Form Kulah Chud genannt, persisch für „Mützenhelm“.
Die Koranverse, wie hier häufig zusammen mit Anrufungen Gottes, sollten den frommen Krieger schützen und ihm Stärke verleihen.
Bei der Dekortechnik des Tauschierens werden dünne Metalldrähte, z.B. aus Silber, Kupfer oder wie hier Gold, in vorgegebenen Mustern in das zu verzierende Objekt eingehämmert.

Last updated: 04.03.2026

Contact

Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Formgeblasener Kasten aus farblosem Glas mit geschnittenem und geschliffenem Dekor; außerdem zwei Scharnieren und einem unvollständigen Verschluss aus Kupferlegierung. In den Deckel des Kastens sind konzentrische Kreise eingeschliffen, in deren Mitte jeweils die Scharniere befestigt sind. Zwischen den beiden Kreisen befindet sich ein abgetreppter länglich-ovaler Dekor, in dem die winzige Bohrung für den jetzt verlorenen Verschluss sichtbar ist. Auf der Unterseite ist das länglich-ovale Muster viermal wiederholt, außen breiter und innen schmaler gearbeitet. Vorne in der Mitte befindet sich der Beschlag mit einem kleinen Stift für den (verlorenen) Verschluss. Der Kasten wurde als flaschenähnliches Gebilde in eine Form geblasen und anschließend in zwei gleiche Hälften geschnitten. Dabei entstanden vor allem innen zahlreiche kleine Ausbrüche und Absplitterungen. Die beiden Schmalseiten, also ursprünglich die »Böden«, zeigen Reste der abgearbeiteten Heftnarben. An der Unterseite sind leichte Kratz- und Gebrauchsspuren.Das Stück ist im Stil der üblichen Schreibkästen gearbeitet. Allerdings gelangten solche Kästen als Reliquienbehältnisse nach Europa, wie ein ähnlich dekorierter Kasten im Dom von Capua (Italien) zeigt. Das klare, farblose Glas imitiert den kostbareren Bergkristall, der sich zur Zeit der Fatimidenherrschaft in Ägypten größter Beliebtheit erfreute. Die ursprüngliche Funktion des Stückes ist unbekannt, obwohl sich etliche, meist kleinere Kästen erhalten haben, allerdings ohne Inhalt.

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.