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Ident. Nr.: Kt I. 150.3

ObjID: obj:2005924

Details (expert)

Date(s)
9./10. Jahrhundert
Datierung engl.: 9th - 10th century
Geographical references
Herkunft (Allgemein): Irak,
Land
Fundort: Ktesiphon,
Ort
Dimensions
Höhe: 13 cm
Breite: 8,5 cm
Tiefe: 4,2 cm

Object Description

Konvolut von Fragmenten einer repräsentativen Wandverkleidung aus Stuck mit stilisiertem Dekor. Vier Bruchstücke stammen von floralem flächenfüllendem Ornament und vier weitere von gliedernden bandartigen Leisten zwischen dekorierten Flächen. Die Leisten sind mit dicht gestaffelten Blattpaaren bzw. überlappenden Herzmotiven besetzt, welche spätantike Lorbeerblattleisten imitiert bzw. uminterpretiert. Das Dekor wurde an der Wand aus angetragenem Stuck herausgeschnitten, was es von Gebäudeausstattungen mit modelgeformten Stuck in sasanidischer Gestaltungen unterscheidet. In größerem Verband erhaltene bzw. wieder zusammengesetzte Vergleichsstücke überliefern den Aufbau der architektonisch gliedernden Wandgestaltung (vgl. Kt I. 512): In Reihen geführte Friese aus stilisierten Bäumchen bilden das Grundmotiv. Ihre aneinander anstoßenden, eingeschwungenen Zweige greifen Rankenmotive auf und enden jeweils in fünflappigen Blättern. Zwischen den tordierten Stämmen oder Stauden sitzen Dreiergruppen aus zwei eingeschnürten Blättern und einem tropfenförmigen Blatt. Die Fragmente der flächenfüllenden Blattornamente sind über dem oberen Fries anzuordnen. Streng gereiht entstand das Bild eines dicht bewachsenen, gepflegten Hains – eine Ab-, bzw. Umwandlung tradierter und sowohl in der vor-, als auch frühislamischen Kunst beliebten Motiven in neuem, möglicherweise religiös intendiertem Sinnzusammenhang. Das eventuell vom Lebensbaum herrührende, flächig verwendete Baummotiv verschmilzt zudem quasi zu einem Dattelpalmenhain. Es fand in unterschiedlichen Bereichen der Raumgestaltung eines Gebäudes der islamischen Siedlung Salmān Pāk im Stadtgebiet Ktesiphons Verwendung. Entsprechende Fragmente wurden bei den Ausgrabungen geborgen und archiviert (vgl. Kt I. 512, Kt I. 354, I. 7735).

Last updated: 24.08.2026

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Institution:

Museum für Islamische Kunst

Additional items from the collections

Vollständig erhaltener Kasten aus Elfenbein. Der rechteckige Kasten mit pultförmigem Deckel weist einen Kern aus Holzplatten auf, der ursprünglich wohl mit einem Textil ausgeschlagen wurde. Die Außenseite, die aus Elfenbeinplatten besteht, ist mit grüner, brauner und goldener Malerei verziert, die schwarz konturiert ist. Zu erkennen sind auf der Vorderseite zwei Medaillons mit jeweils einem Rankensystem gefüllt, die von Vögeln flankiert werden, darunter Wiedehopfe und Pfauen sowie Jagdhunde, die ein Rankenmotiv im Zentrum erfassen. Die Rückseite weist drei Medaillons auf, wobei das mittlere Medaillon mit einer stilisierten Löwendarstellung gefüllt und ebenfalls von Vögeln flankiert ist, während die beiden anderen Medaillons Rankenmotive zeigen. Die Schmalseiten sind identisch. Wiedergegeben ist eine Harfenspielerin in einem Medaillon, ebenfalls von Vögeln umgeben. Der schmale Rand des Deckels ist frontal mit einer Inschrift im Kufi-Duktus verziert und geht in Vogel- und vegetabile Motive über. Der Dekor an den Schrägseiten des Deckels weist ebenfalls Medaillons auf, die Rankenwerke und Gazellen zeigen, die wiederum teils von Vögeln, teils von Jagdhunden flankiert werden. Die Deckeloberseite wird von zwei stilisierten Löwen, jeweils in einem Medaillon und von Vögeln umgeben verziert. Die Messingscharniere sind lanzenförmig und vergoldet. An der Oberseite ist ein vergoldeter Griff befestigt, während an der Vorderseite ein Schloss mittig angebracht ist. Dieser Kasten gehört zu einer Gruppe von größeren und kleineren Kästen (vgl. I. 586, K 3103), die womöglich in Sizilien oder Süditalien hergestellt wurden, wobei ähnliche Kästen auch aus Spanien bekannt sind. Sie sind in Kirchenschätzen als Reliquienbehälter verwendet worden, aber wahrscheinlich auch als diplomatische Geschenke. Die Auftraggeber für solche Objekte stammten vermutlich aus dem höfischen Milieu.