Fantaisie
Ident. Nr.: SSG 111
ObjID: obj:1065672
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1927
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Tinte im Abklatschverfahren und Collage
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 25,2 x 38,7 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1065672
Objektbeschreibung
In eine im Verfahren der Décalcomanie entstandene Fantasielandschaft fügt Hugnet zwei Szenen ein, die er aus zeitgenössischen Erotikzeitschriften entnommenen Abbildungen zusammensetzt. Im Mittelpunkt der ersten Collage steht eine sadistische Szene, die er in die Felsenlandschaft setzt. Die zweite Collage, einen Geschlechtsakt, rückt Hugnet angeschnitten an den rechten Blattrand, als würden weitere Szenen folgen. Mit Ergänzungen manipuliert er die vorgefunden Abbildungen. Wie Max Ernst bedient er sich wissenschaftlicher Abbildungen, um ein Hybridwesen zu schaffen. Die Muschel anonymisiert die Frau, die nun zu einer Fantasiegestalt wird. Durch das Überkleben mit einem Pinsel oder einer Puderquaste hebt Hugnet den Geschlechtsakt hervor, anstatt ihn zu verdecken. Der Psychoanalyse Sigmund Freuds folgend, betonen die Surrealisten den sexuellen Charakter sämtlicher Handlungen, Situationen und Objekte. Der Phallus, eines ihrer häufigsten Motive, wird in ihren Arbeiten zum Symbol der Lust und gleichzeitig, da er laut Lacan auch Zeichen eines Mangels ist, zum Symbol der Begierde, die im Geschlechtsakt ihre Erfüllung findet. Die bewusst erotisch aufgeladenen Collagen Hugnets sollen provozieren, nicht die Realität, sondern Traumbilder sollen in ihnen abgebildet werden. Die vorliegende Traumlandschaft steigert diese Idee und verstärkt die Suggestionsbereitschaft des Betrachters, der in die Fantasie hineingezogen wird. | Silke Krohn
Letzte Aktualisierung: 07.07.2026
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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