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Por que fue sensible, Capricho 32

Ident. Nr.: SSG 97

ObjID: obj:1065905

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Francisco José de Goya y Lucientes (1746 - 1828),
Künstler*in
Datierung
1797/1798
Weitere Titel
Sammlungstitel: Por que fue sensible, Capricho 32
Weil sie empfindlich war
Übersetzung: Because She Was Susceptible
Originaltitel: Parce qu’elle a été sensible
Material / Technik
Aquatinta auf Papier
Abmessungen
Höhe x Breite: 21,8 x 15,2 cm

Letzte Aktualisierung: 10.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Sammlung Scharf-Gerstenberg

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Métamorphose

Métamorphose

Die wie rasch hingeworfen wirkenden gezeichneten Figuren stehen im Gegensatz zu den steifen Schneiderpuppen, die Miró wahrscheinlich aus einem Katalog ausgeschnitten und scheinbar spontan angeordnet, überzeichnet und übermalt hat. Die verschiedenen Elemente der Collage – Schneiderpuppen, Varietétänzerin, Trauben und gezeichnete Figuren – vereinen weibliche Formen. Mirós Collagen fußen auf dem Prinzip des Objet trouvé, dem Umgang mit zufällig Gefundenem. Die verwendeten Ausschnitte stammen aus Werbeanzeigen, Postkarten und Kinderbüchern. Mit „Métamorphose“ nahm er ein zentrales Thema der Surrealisten auf. Diese hegten eine Faszination für Schneiderpuppen und vor allem Schaufensterpuppen – beflügelten sie doch ihre Vorstellung von einer übermenschlichen Idealfrau. In Mirós Collagen erfüllt sich die Sehnsucht der Surrealisten nach vorbewussten Bildern in besonderer Weise. Mit scheinbar kindlicher Unschuld gelangen ihm formvollendete Kompositionen, er setzte die surrealistische Idee der Rückgewinnung der Kindheit am konsequentesten um. Im „Ersten surrealistischen Manifest“ hieß es, von der Kindheit ginge „ein Gefühl der völligen Ungebundenheit aus“. André Breton bezeichnete den Spanier, der seit 1924 an den wichtigsten Ausstellungen der surrealistischen Vereinigung beteiligt war und die Gruppe weniger durch Diskussionsbeiträge denn durch seine Kunst beeinflusste, einmal als den surrealistischsten Künstler unter den Surrealisten. | Silke Krohn

Rêve d'étudiant

Rêve d'étudiant

Das Gemälde „Rêve d’étudiant“ (Studententraum) von 1926 zählt zum Frühwerk René Magrittes. Erst ein Jahr zuvor, 1925, war Magrittes erstes surrealistisches Gemälde, „La fenêtre“ (Das Fenster), entstanden. Etwa zur gleichen Zeit machte er die Bekanntschaft der Schriftsteller und Künstler Édouard L. T. Mesens, Jean Scutenaire und Paul Nougé sowie des späteren Kunsthändlers Camille Goemans, mit denen er bis 1930 die surrealistische Gruppe in Belgien bildete. Ähnlich einer „gemalten Collage“, wie Max Ernst einmal die Gemälde Magrittes bezeichnete, besteht „Rêve d’étudian“t aus der Zusammenführung von beziehungslosen, in unterschiedlichem Größenverhältnis dargestellten Gegenständen in einem gemeinsamen Raum. Dieser Raum ist, wie häufig in Magrittes Werken, schwer auszumachen. Der Baum, welcher aufgrund seines Stammes in Form eines übergroßen Balusters eigentlich kein Baum ist, und der helle, unebene Untergrund suggerieren einen Außenraum. Dagegen wird durch den vielfach bei Magritte dargestellten Vorhang im Vordergrund sowie durch den Hintergrund, bei dem es sich auf den ersten Blick um ein Fenster nach draußen, auf den zweiten Blick aber auch um ein gerahmtes Bild handeln könnte, eine bühnenartige Raumsituation geschaffen. Mit Bühne oder Theater lässt sich auch die marionettenartige, aus Balustern und Saiten zusammengesetzte Figur unter dem Baum in Verbindung bringen, wobei die Saiten im Zusammenhang mit den ebenfalls dargestellten Instrumenten-Schalllöchern entfernt an die Notenblätter in Magrittes frühen Papiers collés erinnern. Die Freilegung des Unbewussten und des Traumes, die der Titel des Werkes verspricht, spielt in Magrittes Werk jedoch eine nur untergeordnete Rolle. Im Vordergrund steht vielmehr die Verrätselung und somit die konstante Befragung der Wirklichkeit, welche durch die überraschende Kombination des nicht Zusammengehörigen und des Widersprüchlichen sowie die Verunklärung bzw. die Nichtbestimmung der Raumsituation durch Vorhänge, Türen, Fenster und Bild-im-Bild-Konstrukte hervorgerufen wird, wie sie auch bei Giorgio de Chirico wiederholt thematisiert wird. | Juliane Pönisch

Verwundungen

Verwundungen

Der Pfeil ist eines der für Klee charakteristischen und häufig wiederkehrenden Bildzeichen. Als Teil seiner Sammlung bewahrte er im Atelier verschiedene afrikanische Speere und Pfeile. Bildnerisch im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg fruchtbar gemacht, systematisierte Klee die Form und Bedeutung des Pfeils in einer Vorlesung am Bauhaus im April 1922. „Der symbolische Pfeil ist Bahn“, definierte er, und in dieser Funktion weist oder trifft der waagerechte Pfeil links auf den Bauchnabel einer Frau mit entblößtem Oberkörper. Dort lässt er einen Blutstropfen hervorquellen. Dieselbe Konfiguration begegnet bei der Liegenden rechts, doch zeigt hier der Pfeil senkrecht nach unten: „Der Fall führt zum Erdmittelpunkt, endet auf dem nächstbesten Lager als Lage.“ Zwischen den beiden ‘statischen Bewegungen’ vermittelt der gekurvte Pfeil als Symbol einer Bewegungsdynamik, in diesem Fall der Rotation des linken Arms, mit dem die Liegende zu winken scheint. Wie in einem Comic sind drei Positionierungen des Arms gleichzeitig wiedergegeben. Die daraus entstehende Kreuzform verlebendigt das christliche Kreuz auf dem Kopf der Stehenden. Es ist nicht bekannt, ob der Darstellung ein konkretes Ereignis zugrunde liegt, wie es Klee in einem Brief an seine Frau im November 1925 beschrieb: „Frau Muche musste gestern Nacht plötzlich in einer Frauensache operiert werden, von der sie bis in die letzten Stunden vor der Operation kaum etwas gemerkt hatte. Diese letzten Stunden aber sollen sehr qualvoll gewesen sein.“ | Dieter Scholz

Décalcomania

Décalcomania

Fantastische Welten eröffnet Décalcomania: Submarine oder kosmische Landschaften entstehen, organische und tote Formen, Gesteine und Korallen scheinen sich abzuwechseln. Der Vorstellung des Betrachters sind keine Grenzen gesetzt, durch das Hineinsehen entstehen immer neue Bilder. Schon Leonardo da Vinci empfahl seinen Malschülern, eine ruinöse Mauer zu betrachten und Landschaften und Figuren in den Rissen und Unebenheiten zu suchen, um so die Suggestionskraft zu trainieren; und in den 1850er Jahren hatte Victor Hugo durch die Überarbeitung von Tintenklecksen bizarre Bilder erzeugt (SSG 114–115). Die Surrrealisten begaben sich gezielt auf die Suche nach Methoden, Bilder aus dem Unbewussten zu erschaffen. 1934 entdeckte Oscar Domínguez alte Abklatschtechniken neu, deren Möglichkeiten er ab 1939 systematisch untersuchte. Mit einem breiten Pinsel verteilte er schwarze, unterschiedlich verdünnte Gouache auf einem Blatt (oder einem anderen Träger), legte ein zweites Blatt darauf und erhielt durch Reiben und mehrmaliges Abziehen Bilder, die zahlreiche Interpretationen zuließen. André Breton schrieb 1936 in der surrealistischen Zeitschrift „Minotaure“ (Nr. 8) über die sogenannte „Décalcomanie sans objet“ (Abziehbild ohne vorgegebenen Gegenstand): „Es handelt sich auch hier wieder um ein Rezept, das jedem zur Verfügung steht, der in die ‘Geheimnisse der surrealistischen Zauberkunst’ eingeweiht werden möchte. […] Das, was Sie da vor sich haben, ist vielleicht nichts weiter als die alte paranoische Wand von da Vinci, aber es ist diese Wand in ihrer Vollendung.“ Ausschlaggebend war dennoch die Bildvorstellung der surrealistischen Künstler, die das neue Verfahren auf vielfältige Art einsetzten und weiterentwickelten, zum Beispiel in Collagen wie denen von Georges Hugnet (SSG 111–113). Max Ernst schließlich führte die Décalcomanie mit Schwammauftrag und in Kombination mit anderen Techniken in die Malerei ein. | Silke Krohn

La mort poursuivant le troupeau des humains

La mort poursuivant le troupeau des humains

Die unzählbare Menschenmenge, auch die zu einem Kopf-an-Kopf-Ornament reduzierte Masse vor oder zwischen bedrängender Architektur, begegnet uns oft im Werk von James Ensor. Meist vermitteln diese Ansichten den Eindruck von Panik – Masse und Angst gehören für Ensor zusammen. Der hier über die Menschen und ihre Häuser dahinziehende Tod, der mit seiner Sense ohne Unterschied Jung und Alt, Reich und Arm, Frau und Mann niedermäht, ist ein Schreckensbild dieser Zeit, es begegnet auch bei Böcklin und anderen. Das mittelalterliche Motiv des Totentanzes war im späten 19. Jahrhundert wieder hochaktuell. Es traf eine weitverbreitete Stimmung von Krise und Untergang. Die Menschen mit ihren vor Schreck maskenhaften Gesichtern auf diesem Blatt versuchen vergeblich einem Unglück zu entkommen, das jäh über sie hereingebrochen zu sein scheint. Die irdische Katastrophe, Krieg oder Pest, findet ihren Widerhall in den Lüften. Es scheint zunächst, als sei der Jüngste Tag, das Weltgericht, angebrochen. Aber der Hölle auf der rechten Seite entspricht kein Heil auf der linken. Den Verdammten rechts stehen insektenhafte Wesen gegenüber, die an die gefallenen Engel bei Pieter Brueghel d. Ä. erinnern. Und in der Mitte über einer gnadenlosen Sonne grinst uns mit gefletschten Zähnen ein weiteres Gestirn an, da ist kein Richter und keine Gnade. Der panische Fluchtversuch der Menge in der engen Straße ist auch nicht eigentlich durch Bewegung gekennzeichnet, Ensor zeigt stockende Drangsal und lähmende Angst. | Angelika Wesenberg

Brodeuse

Brodeuse

Eine alte Frau, vielleicht seine Mutter, hielt hier Georges Seurat bei der Handarbeit fest. In den vermeintlich monochromen Flächen lassen sich Unregelmäßigkeiten und Strähnen entdecken. Wenn Seurat mit der weichen schwarzen Kunstkreide über die Maserung des rauen Michallet- Papiers strich, hielten dessen feine Erhebungen die Farbe unregelmäßig fest, sodass dreidimensional wirkende Grautöne entstanden. Zunächst konzentrierte sich der spätere Begründer des Pointillismus auf die Zeichenkunst. Sehr bald entwickelte Seurat aus akademischen Zeichenübungen an der Pariser École des Beaux-Arts, wo er drei Jahre lang studierte und sein Interesse an der Farbtheorie entdeckte, seinen eigenen Zeichenstil. Als Zeichner erreichte er um 1880 das, was ihn als Maler berühmt machen sollte: die Aufgabe der Kontur. Die vorliegende Kreidezeichnung gehört zu einer Reihe von Zeichnungen, die diese Wende einläuteten. Während starke Linien die Handarbeit betonen und der Frauenkörper zur lichten Fläche rechts ebenfalls durch scharfe Konturen abgesetzt ist, geschieht die Abgrenzung der Flächen zum linken Bildrand hin nur durch die verschiedenen Tonwerte. Unter dem Schwarz scheint das Weiß der unberührten Flächen hervor und so entsteht der Eindruck einer Abendszene. „Das sind die schönsten ‘Maler-Zeichnungen’, die es gibt. Man kann sagen, dass dank der vollkommenen Beherrschung der Grauwerte diese ‘Schwarz- Weiß-Arbeiten’ leuchtkräftiger und farbiger sind als manche Malerei“, sagte Paul Signac über das reife zeichnerische Werk seines Malerkollegen, mit dem er seit 1883 den Pointillismus experimentell entwickelte und systematisierte. Seurat starb noch vor der Jahrhundertwende an einer Hirnhautentzündung, seine Werke und Theorien aber nahmen großen Einfluss auf die Moderne. | Silke Krohn

Gaspard de la nuit

Gaspard de la nuit

Auf dem Höhepunkt von Magrittes internationaler Anerkennung entstand Ende 1965 das Gemälde „Gaspard de la nuit“ (Gaspard der Nachtwandler). Im gleichen Jahr war im Museum of Modern Art in New York seinem Werk eine große Retrospektive gewidmet worden, im Dezember erschien Patrick Waldbergs Monografie gleichzeitig in drei verschiedenen Sprachen. Nach einer malerischen Phase im sogenannten Renoir- oder Solaire-Stil während der Kriegsjahre und der kurzen Époque vache, die sich durch die Verwendung von kräftigen, reinen Farben und eine Vereinfachung der Formen auszeichnete, war Magritte Ende der 1940er Jahre zu seinem realistischen Malstil zurückgekehrt, mit dem er anstrebte, „die Gegenstände mit all ihren sichtbaren Details zu malen“. Die dargestellte nächtliche Szene wird von einer düsteren, unbehaglichen Stimmung beherrscht, die sich aus der assoziativen Wirkung der Bildgegenstände und ihrer widersprüchlichen Anordnung ergibt. In einer weiten Ebene steht ein einsames Haus in Flammen. Über ihm scheint der sichelförmige Mond durch eine Öffnung in der dichten Wolkendecke auf Gesteinsbrocken, die in der Landschaft verteilt sind. Bewegungslos, einem ägyptischen Schriftzeichen gleich, sitzt auf einem Felsvorsprung im Vordergrund des Bildes ein großer schwarzer Greifvogel, der auch in anderen Werken Magrittes vorkommt. Der Felsvorsprung ist allerdings durch einen schweren roten Vorhang vom Rest der Szene getrennt, was eine Verunklärung der Raumsituation mit sich bringt. Befremdlich deplatziert wirkt das brennende Haus und auch die Herkunft und die Bedeutung des Vorhangs bleiben ungeklärt. Der Titel des Werkes spielt auf die gleichnamige Prosagedichtsammlung des französischen Dichters Aloysius Bertrand an. Wiederentdeckt von Charles Baudelaire und Stéphane Mallarmé, gilt sie als Quelle der Inspiration für die symbolistische Dichtkunst. Maurice Ravel wurde 1908 zu Klavierstücken mit demselben Titel anregt. | Juliane Pönisch

Masque Montserrat criant

Masque Montserrat criant

Der spanische Bildhauer Julio González, der mit seinen zeichenhaft-abstrahierten Eisenmontagen der 1930er Jahre zum bedeutenden Erneuerer der modernen Eisenskulptur wurde, schuf 1936/37 unter dem Eindruck des Spanischen Bürgerkrieges die lebensgroße Frauenfigur „La Montserrat“, die 1937 auf der Weltausstellung in Paris vor dem spanischen Pavillon ihre Aufstellung fand. Der Titel dieser aufrechten Bäuerin mit Kind und Sichel geht zurück auf das Wahrzeichen Kataloniens, das in der Nähe Barcelonas gelegene Sandsteingebirge Montserrat (Der zersägte Berg) mit dem gleichnamigen Benediktinerkloster und seiner Schwarzen Madonna als Wallfahrtsort. González gestaltete im Rahmen der Arbeit an dieser wehrhaften Verkörperung des Widerstandes und einer danach konzipierten Figur der „Schreienden Montserrat“ mehrere Fassungen des Kopfes, zu denen auch diese ausdrucksstarke Maske gehört. Ihre zerklüftete Gesichtslandschaft erregt durch eine ganz eigene Ambivalenz zwischen fester Materialität und deren fetzenartiger Stückung. Der Ausbruch des Schmerzes scheint die äußere Hülle der Kopfform aufzusprengen und in eine bizarre Bewegung zu versetzen, sodass die menschliche Erschütterung das Antlitz verformt, schmale, kraterförmige Augenschlitze entstehen lässt sowie eine weit aufgerissene Mundöffnung, durch die sich die ganze innerlich aufgestaute Energie entlädt. González gelingt es mit dieser plastisch-vibrierenden Maske, die fragmentarisch wirkt und zugleich doch die Form eines Schutzschildes annimmt, die ungeheure Anspannung der Frau in eine fast lapidare Gestaltformel zu binden. | Fritz Jacobi

Huldigung an Redon

Huldigung an Redon

Köpfe gehören neben Landschaften und szenischen Darstellungen zu den Hauptmotiven im Œuvre von Altenbourg. Niemals hatte dieser dabei konkrete Personen mit konkreten Physiognomien im Blick; immer sind seine zumeist frontal gesetzten Gesichter ein Spiegel der eigenen Psyche. Während die frühen Köpfe (bis etwa 1961) mit ihren schärferen Konturen und oft wilden Binnenzeichnungen etwas Aggressives, teilweise auch Groteskes besitzen – sie sind Reflexionen des erschütternden Kriegserlebnisses als 17-jähriger Soldat –, lösen sich in den folgenden Jahren mehr und mehr die Konturen und auch die zeichnerisch fixierten Sinnesorgane auf zugunsten von gespinsthaften, verwobenen Strichlagen, die das Gegenständliche entrücken, ungreifbar machen. Zunehmend sah der Künstler sein Schaffen als Weg, aus der Zeit und der fatalen Wirklichkeit ‘auszusteigen’ und seine Geschöpfe in der Zeitlosigkeit zu beheimaten. Das ohnehin in seiner Persönlichkeit angelegte Empfinden als Außenseiter, sein erklärtes ‘Nichtzugehörigkeitsgefühl’, wurde durch die Repressalien, die ihm von Seiten der Kultur-Offiziellen in der DDR widerfuhren, nur zu oft bestätigt. Und so wählte sich der Künstler in einer jahrhundertealten Tradition des geistigen und künstlerischen Schaffens seine eigenen Zeitgenossen. Auf einige dieser Geistesverwandten hat er in Bildtiteln hingewiesen, so etwa auf Caspar David Friedrich, auf Fjodor Dostojewski und eben auch auf Odilon Redon, den französischen Symbolisten, der nicht von ungefähr einen der Schwerpunkte in der Sammlung Scharf-Gerstenberg bildet. Die drei genannten Hommagen entstanden alle im selben Jahr, 1966. Die so Geehrten verbindet ihre Affinität zum Überreellen, zum Hintergründigen der Erscheinungswelt, ihr Hang zur Entäußerung von Innenbildern, ihre Thematisierung des Unsichtbaren und Unbewussten. Für Altenbourg stand das Arbeiten aus dem Unbewussten am Anfang jeder Zeichnung; erst in einer weiteren Phase trat zu dem bis dahin geschaffenen schöpferischen Chaos die zielgerichtete Gestaltung – und danach erst der Bildtitel – hinzu. Die Nähe zur Écriture automatique der Surrealisten erscheint offensichtlich. | Anita Beloubek-Hammer