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Ostrakon mit Darstellung eines Königs im Erscheinungsfenster, darunter gefesselte Gefangene (Nubier, Libyer und Asiaten)

Ident. Nr.: ÄM 3316

ObjID: obj:594769

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Käufer*in
Datierung
19.–20. Dynastie (Neues Reich -> Ägypten)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ostrakon mit Darstellung eines Königs im Erscheinungsfenster, darunter gefesselte Gefangene (Nubier, Libyer und Asiaten)
Übersetzung: Ostracon with depicition of a king and bounded enemies (Nubians, Libyans and Asians)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 13,5 x 16,4 x 5 cm

Objektbeschreibung

Ostrakon mit Darstellung eines Königs am Erscheinungsfenster, von dem aus er u. a. hohen Beamten „Ehrengold“ verlieh und Fest- oder Tributzüge beobachtete. In der Mittelszene beugt sich ein König, erkennbar an seinem Stirnuräus, über die Fensterbrüstung. Darunter ist das Zeichen des „Vereinigens der beiden Länder“ zu sehen, an dessen Seiten ein gefangener Libyer und Nubier gefesselt sind. Flankiert werden die beiden Register von jeweils drei kleineren. Die oberen beiden zeigen den Rechit-Vogel auf einem Korb. Der Kiebitz steht für alle Untertanen des Königs. Darunter ist der König mit Stirnuräus und Zeptern dargestellt. Die beiden unteren Register geben ebenfalls gefesselte Feinde wieder. Im linken sind es wohl zwei Asiaten. Aufgrund des Erhaltungszustands kann die Ethnie der beiden anderen Gefangenen nicht bestimmt werden. Auf der Rückseite des Ostrakons befindet sich eine Zeile hieroglyphischer Inschrift. Die Zeichnung wurde mit schwarzer Farbe ausgeführt, jedoch sind auch noch die in rot vorgenommenen Vorzeichnungen erkennbar.
Kalkstein- oder Tonscherben waren ein beliebtes Material als Träger für Bilder oder Texte. Eine beträchtliche Anzahl Ostraka wurde in der Arbeitersiedlung Deir el-Medine gefunden, weshalb auch für dieses Exemplar eine derartige Herkunft angenommen werden darf.
J. Jancziak

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper