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Stabende mit dem Kopf eines Falken

Ident. Nr.: ÄM 21190

ObjID: obj:607141

Credit: Schenkung James Simon, 1920

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton (18. Dynastie -> Neues Reich -> Ägypten)
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Stabende mit dem Kopf eines Falken
Übersetzung: Fragment of a staff in form of a falcon head
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9,4 x 4,1 x 4,9 cm

Objektbeschreibung

Der falkenköpfige Sonnengott Harachte stammt ursprünglich aus Heliopolis und galt als der Schöpfer und Erhalter der Welt. Er ist seit der 5. Dynastie in ganz Ägypten nachweisbar und gehört zu den so genannten Urgöttern. Die Kombination der Sonnenscheibe (Re) mit dem Falken (Harachte) zu Re-Harachte ist erstmalig in der 18. Dynastie belegt. In dieser Form bildet er den ersten Bestandteil des Namens von Aton und ist dessen Begleiter. Er erscheint falken- oder widderköpfig oder auch in menschlicher Gestalt. Sein Symbol ist die Sonnenscheibe, was sich auch in der hieroglyphischen Schreibung des Namens zeigt. Als Echnaton den neuen Aton-Kult einführte, wurden alle weiteren Götter, die einen Sonnenaspekt aufwiesen, grundsätzlich in die neue Ausrichtung der Religion mit aufgenommen. So hatte der Gott Re-Harachte eine besondere Beziehung zu Aton, die er auch bis in das 8. Regierungsjahr Echnatons behielt. Erst später verlieren sich auch diese Erwähnungen.
Das Fragment des Falkengottes aus Calcit-Alabaster ist am unteren Ende sowie auf der rechten Seite abgebrochen. Die linke Seite ist erhalten geblieben und der Kopf mit seinem kurzen Schnabel nahezu unversehrt. Als göttliches Attribut trägt er die lange dreiteilige Perücke, die keinerlei Strukturen aufweist. Reste von Malerei waren nicht vorhanden und dürften bei Calcit-Alabaster auch nicht zu erwarten sein. Calcit-Alabaster-Objekte aus dem Grab Tutanchamuns weisen ebenfalls nur geringe Bemalungen bzw. Teilvergoldungen auf. Das Fragment trägt keine Sonnenscheibe, und auch Zapfenlöcher, die einer möglichen Befestigung dienen könnten, sind nicht vorhanden.
Im Tagebuch bemerkt Borchardt zu diesem Stück lediglich: „Falkenkopf aus Alabastron“ und erweitert diese Angabe in seiner Publikation mit „vom Stil einer Räucherpfanne (?)“. Es könnte sich aber auch um das Stabfragment einer so genannten Stabträgerfigur handeln. Stabträgerfiguren repräsentieren entweder den König oder hohe Beamte und Priester. Der Stab mit dem Götterkopf lehnte meist an deren linker Schulter. Rundplastische Trägerfiguren finden sich erstmals in der Königsplastik unter Amenophis III. Ihre genaue Funktion ist unklar, doch dürfte der Götterstab ein machtgeladenes Symbol gewesen sein.
Aus: Rattmann, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 352 (Kat.-Nr. 131).

Letzte Aktualisierung: 23.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Büste der Göttin Isis auf rundem Sockel

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