Blauer Berg
Ident. Nr.: NG MB 101/2000
ObjID: obj:958781
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1919
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Blauer BergÜbersetzung: Blue Mountain
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
396278Kommission: Neue Kunst - Hans Goltz, München,
396279Kommission: Der Sturm/Herwarth Walden, Berlin,
1921Jean Nordmann, Strasbourg/Clermont-Ferrand/Strasbourg,
vermutlich 1928 - 23.9.1980Nachlass/Vermächtnis: Marguerite Nordmann, Strasbourg,
23.9.1980 - um 1985Nachlass/Vermächtnis: Privatbesitz, Strasbourg,
um 1985 - 1997Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1997–2000 - Material / Technik
- Aquarell, Gouache und Bleistift auf Papier auf Karton
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 28 x 18,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/958781
Objektbeschreibung
Der Mythos des blauen Berges faszinierte Maler von Klassizismus und Romantik bis zur Moderne, von Joseph Anton Koch bis zu Franz Marc und Christian Rohlfs. Auch Klee hat diesem Sehnsuchtsmotiv einige Aquarelle gewidmet. Als er 1919, ein Jahr nach Kriegsende, in München seinen „Blauen Berg“ aquarellierte, stand der Romantizismus des Sujets für ihn in weiter Ferne. Es bedurfte weder der Erinnerung an den gefallenen Freund Franz Marc noch der unmittelbaren Gegenwart blauer Berge bei München, um seinen „Blauen Berg“ aus dem höheren Geist der Geometrie zu entwickeln. Klees Berg beherrscht als freistehende Pyramide mit ultramarinblauer Spitze die Mitte, gegliedert durch Horizontalstreifen in lichtem Grau, Blau und Schwarz. Unten schieben sich unregelmäßig gezogene Drei- und Rechtecke in allen Farben ineinander, ferne Erinnerung an dörfliche Dächer und Giebel klingt auf. Nicht die blaue Spitze des Berges bildet den Höhepunkt in dieser geometrisierenden Utopie vom Gebirge, sondern ganz oben in der Schräge der Berge die frei schwebende Balance kleiner Dreiecke und Quadrate in Dunkelbraun, Gelb, Lila und Zinnober vor einem hellen Türkis. Das Blatt ist voller Gegensätze: in der Mitte die Ruhe und Unverrückbarkeit der großen Pyramiden, oben und unten der Kontrapunkt geschlossener kleinteiliger Formen. Die geometrische Vision einer Landschaft, die Klee oben auf leicht abfallender Linie wieder aufgebrochen hat, denn dahinter taucht schon die nächste, neue Vision auf. | Roland März
Letzte Aktualisierung: 20.05.2026
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Einrichtung:
Museum Berggruen