Kopf einer Frau
Ident. Nr.: NG MB 11/2000
ObjID: obj:963963
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1906/1907
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Kopf einer FrauOriginaltitel: Tête de femmeÜbersetzung: Head of a woman
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Sammlung Alphonse Kann, Saint-Germain-en-Laye,
- Oktober 1940Beschlagnahmung: Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg,
Oktober 1940Verwahrung: Commission de récupération artistique (CRA),
11.7.1947Restitution: Alphonse Kann,
11.7.1947 - spätestens 1947Galerie Pierre/Pierre Loeb, Paris,
395147Gustav Zumsteg, Zürich,
1947 - mindestens 1994Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
26.6.1995–2000 - Material / Technik
- Tempera und schwarze Tinte auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 62 x 47 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963963
Objektbeschreibung
Dieses Porträt gehört zu jenen Studien, die Picasso in Vorbereitung seiner „Demoiselles d’Avignon“ (1907; The Museum of Modern Art, New York) unternahm, und es ähnelt manchen Zeichnungen aus seinem kleinen Skizzenheft „Carnet 8“ (Musée Picasso, Paris). Man erkennt in ihm die Inspiration durch Skulpturen frühiberischer Köpfe, die der Künstler im Frühjahr 1906 im Pariser Louvre ausgestellt gesehen hatte. Auf dem bräunlichen Papier kontrastieren Rot und Schwarz in sparsamem Farbauftrag. Nur am Hals, an Teilen des Kopfes und einem Schattenwurf links dahinter ist die Farbe etwas konzentrierter aufgebracht. In wenigen Strichen modelliert sie den Körper, verleiht den Brüsten ihre Form und deutet die Wölbung der Stirn an. Hingegen setzt Picasso die Abwesenheit von Farbe ein, um die Länge des Nasenrückens und das mandelförmige, gesenkte Lid des rechten Auges hervorzuheben. In starkem Gegensatz zur Sinnlichkeit der geschlossenen Augen und des delikaten, langgezogenen Gesichts steht die massive und eckige Statur der Schultern, so wie auch das Gesicht noch kleiner erscheint im Vergleich zu den Haaren und dem Körper, deren Ausdehnungen durch den Blattrand beschnitten werden. Die ununterbrochene Linie, die den Brauenbogen bis zur Nasenspitze verlängert, lässt die Verwandtschaft dieses Gesichts mit der zweiten und dritten „Demoiselles“ von links im späteren Gemälde erkennen. Das extreme Ungleichgewicht jener beiden Gesichter blitzt in der vorliegenden Zeichnung hinter der scheinbaren Ruhe des Ausdrucks bereits auf in Form der Lippen, welche sich merkwürdig in Richtung des rechten Ohrs ziehen. | Gabriel Montua
Letzte Aktualisierung: 02.03.2026
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Einrichtung:
Museum Berggruen