Federsonne
Ident. Nr.: NG 8/94
ObjID: obj:959086
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1979
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: FedersonneÜbersetzung: Sun with Feathers
- Provenienz
- Dietmar Werle, Köln,
804290Sammlung Froehlich, Stuttgart,
1994 - Material / Technik
- Wachs und Leinwand auf Holz und Vogelfeder
- Abmessungen
- Durchmesser: 165 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959086
Objektbeschreibung
Die Sonne ist ein zentrales Motiv in Buthes Œuvre und tritt als mystisches und spirituelles Symbol in verschiedenen Formen auf – mal als Teil eines Environments, mal isoliert oder auch als Motiv in einer Collage oder Assemblage. In „Federsonne“ arbeitet Buthe mit einer runden, in Gold gefassten Grundplatte aus Leinwand auf Holz und bestückt sie mit Vogelfedern, die sich zu einer Korona formen und das Objekt ins Dreidimensionale bringen. Auf dem goldenen Kern der Sonne befinden sich Handabdrücke, wodurch eine Verbindung zwischen dem Mystischen und dem Weltlichen angedeutet wird. Buthe stellte die Gegenstände und Symbole in einen Dialog: Die Federn, zusammengehalten durch Wachs, versinnbildlichen das menschliche Streben nach Freiheit und Größe und den Aufstieg in den Himmel; die Sonne hingegen, als kraftvolle, göttliche Instanz, hat die Macht, alles zu versengen und das Irdische in seine Grenzen zu weisen. Deutlich ist hier die Analogie zu der Arbeit „Ikarus“ (NG 7/94) und dem altgriechischen Mythos des übermütigen Jungen, der mit selbstgebauten Flügeln nach der Sonne strebt. Seine Hybris strafen die Götter, indem sie ihn ins Meer stürzen lassen. In der Arbeit „Federsonne“ verarbeitete der Künstler „die auf die Erde zurückgefallenen, materiellen Reste [dieses] großen mythologischen Ereignisses“ (Marietta Franke, Der absurde Blick. Künstlerische Entwicklungsfähigkeit, Spiritualität und Abstraktion bei Michael Buthe, Frankfurt am Main 2010, S. 101). | Jill Praus
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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