Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1930
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: FemmeFrauÜbersetzung: Woman
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
388881Kommission: Galerie Bonaparte, Paris, in Kommission vom Künstler,
- Mai 1930Verwahrung: Albrecht Fürst von Urach-Württemberg,
388883zurück in Atelier Baumeister, Städelschule, Frankfurt am Main,
388884Galerie Gerd Rosen, Berlin,
nach 1946 - 1951Auktion: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1951–1968 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 120 x 58 cm
- Erwerbung
- 1951 Ankauf von der Galerie Gerd Rosen, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West).
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959576
Objektbeschreibung
Zentrale Themen der 1920er-Jahre – Abstraktion der menschlichen Figur, konstruktive Ordnung, Ausloten diametraler Kräfte, Verhältnis von Fläche und Volumen – fasst das Bild „Femme“ (Frau) in formelhafter Sparsamkeit zusammen, zugleich leitet es zu einer neuen, organischen Formensprache über. Obwohl in Öl gemalt, ähnelt es in seiner Reduktion auf wenige Linien und Farben einer Zeichnung: Die fließenden Umrisslinien der konvexen weiblichen Figur sind zum eigentlichen Bildthema geworden. Baumeister sprach der Linie Urkräfte zu: „Man muss die Stärke einer einzigen Linie empfunden haben, den Kontur eines Bisons aus prähistorischer Zeit“ (De l’art abstrait III: Réponse de Willi Baumeister, in: Cahiers d’art, H. 4 [1931], S. 215 f.). Während die schwarze Außenlinie in „Femme“ ein Profil zeichnet, untersuchen die organförmigen Linien im Inneren die dreidimensionale Masse. Sie stehen im engen Zusammenhang mit einer gleichnamigen Plastik Baumeisters von 1929 (Privatbesitz). In dieser sind fünf amorphe Teile zur stehenden Figur übereinandergesetzt. Für Gemälde wie Plastik kann der Begriff „organisch“ ganz wörtlich verstanden werden: Im ersten lassen die Formen an Schädel, Brustkorb und Hüftknochen denken, im zweiten an Niere, Herz, Lunge und Magen. Folglich lässt sich die gestrichelte Senkrechtlinie im Bild ebenso als zentrale Lotachse betrachten wie als Pfad der menschlichen Verdauung, der über Mund und Speiseröhre durch die reinigende Niere nach außen führt. Baumeister mochte das Gemälde: Es hing in seinem Arbeitsraum in der Frankfurter Städelschule, an der er von 1928 bis 1933 eine Professur innehatte. | Christina Thomson
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de