Spielkarten, Glas und Flasche auf einem Tisch
Ident. Nr.: NG MB 28/2000
ObjID: obj:960184
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1916
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Spielkarten, Glas und Flasche auf einem TischOriginaltitel: Cartes à jouer, verre et bouteille sur un guéridonÜbersetzung: Playing Cards, Glass, and Bottle on a Guéridon
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Galerie L´Effort Moderne/Léonce Rosenberg, Paris,
1916André Lefévre, Paris,
1963Nachlass/Vermächtnis: Nachlass André Lefévre, Paris,
1963–24.11.1967Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1.7.1980–2000 - Material / Technik
- Tempera und Sand auf Holz
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 27 x 35 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960184
Objektbeschreibung
1916 ergaben sich durch die ersten Kontakte zu Serge Diaghilev, dem Gründer der „Ballets Russes“, neue künstlerische Perspektiven, es entstanden aber auch weiterhin kubistische Bilder und Konstruktionen aus bemalten Holzelementen. An sie erinnert dieses Stillleben mit Spielkarten, Glas und Flasche auf einem Tisch. Die dargestellten, äußerst präzise gemalten Gegenstände strahlen eine fast pedantische Strenge und Kälte aus. „Realistische“ Elemente wie die Spielkarten oder die geschliffenen Verzierungen des Glases und die geometrischen Felder, Resultate aus den kubistischen Brechungen der Objekte, ergeben ein kompliziertes Muster mit einem Zentrum in der Mitte des Tisches. Dieser ist aus der Bildmitte nach rechts gerückt und wie eine Schautafel oder wie eine Intarsie vor einen einheitlichen und neutralen Grund gesetzt, der aus Sand und Tempera besteht. Die gleichmäßige, körnige Struktur isoliert das Bildmotiv und lässt es wie eine hyperrealistische Fata Morgana erscheinen. Von Georges Braque, der auch als Dekorationsmaler ausgebildet war und in der Verwendung neuer Materialien – Sand und Zeitungspapieren – der Erfindungsreichere war, hatte Picasso so manche Anregung übernommen und sie dann radikalisiert. Er setzte sie, anders als Braque, dessen Bilder dem Malerischen verpflichtet blieben, zur Betonung der Individualität des dargestellten Gegenstandes ein. | Angela Schneider
Letzte Aktualisierung: 21.01.2026
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Museum Berggruen