Spielkarten, Tabak, Flasche und Glas
Ident. Nr.: NG MB 25/2000
ObjID: obj:960304
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1914
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Spielkarten, Tabak, Flasche und GlasOriginaltitel: Cartes à jouer, paquet de tabac, bouteille et verreÜbersetzung: Playing Cards, Tobacco, Bottle, and Glass
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1940Dr. J. B. Hanson, Monaco,
1940Privatbesitz, Monaco,
395567Kauf: Stanley J. Seeger, London,
1.4.1981–4.11.1993Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
4.11.1993–2000 - Material / Technik
- Öl, Kohle und Sand auf Pappe auf Holz
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 37 x 50 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960304
Objektbeschreibung
Im Sommer 1914, nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden Picassos Freunde zum Kriegsdienst eingezogen. Als Spanier konnte Picasso in Avignon bleiben und arbeitete dort bis zu seiner Rückkehr nach Paris im November. Die Zeit in Avignon bedeutet zweierlei: die Intensivierung der Farbe und die Wiederaufnahme eines an Jean-Auguste-Dominique Ingres (1780–1867) und dem Klassizismus orientierten Zeichenstils. Die Farbe, typische helle „Avignon-Grün“, erhält in dem Bild eine eigenständige, vereinheitlichende Qualität, die nur teilweise eine gegenstandsbeschreibende Funktion ausübt. Grün sind einzelne Gegenstände wie der Tisch und die Zierleisten eines Spiegels oder Fensters, aber auch die Wand und der Boden. Vor dieser Folie etablieren sich die „typisch kubistischen“ Gegenstände fächerartig auf dem Tisch, die Spielkarten links, dann das Tabakpäckchen, das einzig wirkliche „papier collé“ (geklebte Papier), die Flasche und das schwarze Glas in der Mitte und rechts ein Blatt mit den Buchstaben „AVI“ für Avignon. Die Anordnung dieser Gegenstände folgt einer farblich und räumlich differenzierten Dramaturgie, die den Fotografien aus Picassos Atelier in der Rue Schoelcher ähnlich ist. Das Atelier in Avignon in der Rue Saint-Bernard, so schrieb Eva Gouel, befand sich in einem „spanisch anmutenden Haus“, dessen Dekor vermutlich in der Zierleiste auftaucht. Sie dient als Unterteilung und Begrenzung, ohne einen Ausblick in eine andere Welt zu ermöglichen. | Angela Schneider
Letzte Aktualisierung: 20.05.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen