Der Verschollene
Ident. Nr.: A IV 56
ObjID: obj:960697
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1934
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Der VerscholleneÜbersetzung: The Missing Person (Elias Balke)
- Provenienz
- Nachlass/Vermächtnis: Prof. Lea Grundig, Dresden,
1958–1965 - Material / Technik
- Öl auf Sperrholz auf Presspappe
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 61,7 x 73,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960697
Objektbeschreibung
1934 porträtierte Grundig Elias Balke (1902–1989), den damaligen Verlobten der Grafikerin Helen Ernst (1904–1948), die seit 1931 eng mit dem Ehepaar Grundig befreundet und wie dieses in der KPD und der Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ASSO) aktiv war. Das in den für den Maler so typischen dunklen Farben gehaltene Bildnis zeigt den allein am Rand einer mondbeschienenen einsamen Straße stehenden Balke im Schulterporträt. Balke war als Kunsterzieher an verschiedenen Schulen in Pommern tätig gewesen, bevor er 1930 nach Afghanistan ging, um dort unter anderem an der Deutschen Schule in Kabul zu unterrichten. Erst 1933 kehrte er in seine Heimat zurück. Grundig hatte Balke in drei mehrstündigen Sitzungen gemalt. Der Dargestellte fühlte sich vom Maler erkannt, habe dieser ihn doch „vor meiner geliebten weiten und einsamen asiatischen Steppenlandschaft“ wiedergegeben (Elias Balke an die Nationalgalerie [Ost], Oktober 1987, SMB-ZA). Entstanden ist das Bild aber im vorpommerschen Klatzow, wo Ernst, die als Kommunistin inhaftiert gewesen war, nach ihrer Entlassung Zuflucht gesucht hatte. Dort bewirkte sie, dass Grundig für die Zeit von März bis Mai 1934 vom örtlichen Pfarrer zur fachlichen Anleitung bei der Ausmalung der Dorfkirche eingeladen wurde. Das Gemälde von Balke sollte ein Geschenk an Ernst sein, das wohl zugleich auf ihren Wunsch hin entstanden ist (vgl. Günter Feist, Hans Grundig, Dresden 1979, S. 95). Diese emigrierte jedoch wenig später in die Niederlande und ließ ihren Verlobten in Deutschland zurück – worauf vermutlich der Titel „Der Verschollene“ anspielt. | Maike Steinkamp
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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