Mädchen vor dem Spiegel
Ident. Nr.: B 96
ObjID: obj:960828
1954 erworben durch das Land Berlin
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Herstellung: 1915
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Mädchen vor dem SpiegelÜbersetzung: Girl before a MirrorMädchen vor Spiegel
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1954Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1954–1968 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 101 x 87 cm
- Erwerbung
- 1954 Ankauf vom Künstler durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960828
Objektbeschreibung
Das Gemälde „Mädchen vor
dem Spiegel“ nimmt auf den ersten Blick ein bereits in impressionistischer
Kunst häufig wiedergegebenes Motiv auf. Doch befindet sich die Dargestellte nicht
in einem wohnlichen Interieur, sondern eher in einem kargen Atelier. Sie blickt
auch nicht prüfend in den Spiegel, etwa um sich der Wirkung der Kleidung zu vergewissern; sie
ist nackt und wendet sich den Betrachtern zu, nur diesem bietet sich das
gedoppelte Bildnis. Das Spiegelglas malte Schmidt-Rottluff kräftig blau, sodass
das Abbild nun wie vor einem See steht. Der Fußboden ist grün gehalten, das leuchtende
Blau wiederholt sich am oberen Bildrand, dazwischen gibt es Brauntöne wie bei
einer Düne und eine lebhafte Pinselschrift, die an Vegetation denken lässt –
Interieur und Landschaft, Fläche und Tiefe berühren sich. Die Anlehnung an
afrikanische Plastik, die überlängten Glieder, die spitzen Brüste und das wie
aus Holz geschnittene Gesicht dienen im Gemälde der Ausdruckssteigerung. In dem
Holzschnitt „Mädchen vor dem Spiegel“ von 1914 (WVZ Schapire 1924, 159) ist die
Komposition vorweggenommen. Im Entstehungsjahr des Ölbildes, 1915, erschien auch
Carl Einsteins einflussreiche, aus heutiger Sicht jedoch einseitige und problematische Darstellung unter dem diffamierenden Titel „Negerplastik“,
die Schmidt-Rottluff aufmerksam rezipierte, zumal er sich, wie die anderen
Brücke-Künstler, seit den ersten Jahren in Dresden für die expressiven Formen
ozeanischer und afrikanischer Kunst begeisterte und schon früh in diesem Sinne
selbst plastisch tätig war. | Angelika Wesenberg
Letzte Aktualisierung: 25.08.2026
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Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de