Peinture aux bois de lit
Ident. Nr.: B 900
ObjID: obj:960841
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1967
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Peinture aux bois de litMalerei mit BettendenÜbersetzung: Painting with Bedheads
- Material / Technik
- Öl, Sand, Gips und Marmorpartikel auf Leinwand und Holz
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 275 x 330 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960841
Objektbeschreibung
Das Bett ist ein wichtiges Motiv in Tàpies’ Œuvre. Prägend für seine körperbetonte Malerei war ein längerer Sanatoriumsaufenthalt zur Behandlung einer Tuberkulose 1942/1943. Das Thema taucht erstmals in der surrealistischen Frühphase auf („L’Escamotage de Kotan“, Die Gaukelei von Kotan, 1950, WVZ Augustí). Die „Malerei mit Bettenden“ ist typisch für die mittlere Werkphase, mit der Tàpies international bekannt wurde. Eng verwandt sind „Bed“, „Large White of the Cage“ und insbesondere „Bed-Head Drawing“ (alle 1965, WVZ 1365, 1376, 1402) sowie „Footprints on Brown Bed“ (1966, WVZ 1627). Eine lehmfarbene, schrundig-fleckige und von vielerlei Markierungen gleichsam tätowierte Schicht bedeckt den Bildgrund. Unten sind im Anschnitt drei Kopfenden wie von Krankenhausbetten zu erkennen. Am oberen Rand erscheint ein dunkler, breiter, lastender Streifen, der aber auch als nachtschwarzes Fenster in der Zimmerwand gelesen werden könnte. Oberer und unterer Bereich sind durch eine gekratzte horizontale Linie geteilt. Zwei erratische schwarze senkrechte Striche ober- und unterhalb der horizontalen Linie markieren die vertikale Mittelachse. Insgesamt ist das Bild fast ausschließlich von horizontalen und vertikalen Elementen bestimmt; die dominanten Horizontalen betonen das Motiv des Liegens. Andererseits führen eine Diagonale links und der schräge Anschnitt des oberen dunklen Streifens rechts etwas wie eine pfeilartig nach unten gerichtete Bewegung in das Bild ein, während die vertikalen Striche und die Bettenden, unterstützt von einer schwächeren Gegendiagonale rechts, nach oben streben. Die Last des moribunden Körpers (der als menschlicher Körper negiert ist und absichtsvoll nicht im Bild erscheint) steht so im Widerstreit zur aufstrebenden Kraft des Geistes. | Oliver Seifert
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de