Stehende
Ident. Nr.: B 124
ObjID: obj:963944
1955 erworben durch das Land Berlin
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- um 1920
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: StehendeÜbersetzung: Standing Girl
- Provenienz
- Barbara de Fiori, Berlin, spätere Gräfin Alexandra Woronzoff-Daschkoff, Paris,
1939Professor Strassmann,
389250Witwe von Professor Strassmann,
389251"Herr Stang", Berlin,
389252Propyläen Kunsthandlung , Berlin,
um 1949 - 1955Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1955–1968 - Material / Technik
- Eichenholz
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 76,5 x 18,5 x 13 cm (inkl. Sockel)
- Erwerbung
- 1955 Ankauf von der Propyläen Kunsthandlung, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963944
Objektbeschreibung
Der stehende Frauenakt gehört zu den zentralen Sujets im künstlerischen Schaffen de Fioris. Hier dürfte es sich zudem um eine seiner ersten Arbeiten aus geschnitztem Holz handeln. Die Haare der Figur sind schwarz eingebrannt, die Augen dunkel gehalten. Es lag nahe, dass Gräfin Alexandra Woronzoff-Daschkoff aus Paris 1960 bei einem Besuch der „Galerie des 20. Jahrhunderts“ in West-Berlin das Werk als ihr Eigentum erkannte, das sie 1939 bei ihrer Flucht aus Berlin hatte zurücklassen müssen – kurz darauf plünderten Unbekannte ihre Wohnung. Die Schauspielerin und Sängerin war bis 1932 mit de Fiori verheiratet gewesen, die „Stehende“ hatte dieser ihr geschenkt. Nach 1933 wurde Woronzoff-Daschkoff von den Nazis bedrängt, nicht zuletzt wegen ihrer Beziehung mit dem jüdischen Dirigenten Kostja Konstantinow. Doch auch das französische Exil gewährte dem Paar keine Sicherheit. Bis zur Befreiung durch die Alliierten hielt es sich vor den deutschen Besatzern auf einem Bauernhof im Loiretal versteckt. Nach dem Krieg bemühte sich die Gräfin, das bei ihrer Emigration in Berlin verbliebene Hab und Gut zurückzuerhalten, ein Prozess, der sich über viele Jahre hinzog. Zwar wurde sie 1962 als Verfolgte des NS-Regimes anerkannt, für den Verlust der „Stehenden“ sprach man ihr jedoch erst 1978 eine Entschädigung von 66.000 DM zu. Der Bildhauer Olaf Lemke erkannte nach Kriegsende de Fioris Werk auf dem Kunstmarkt und erwarb es. 1955 wurde es für die „Galerie des 20. Jahrhunderts“ angekauft, über die es letztlich in die Sammlung der Nationalgalerie gelangte. | Sven Haase
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de