Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- um 1950
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Bildnis KrämerÜbersetzung: Portrait of Krämer
- Provenienz
- Staatlicher Kunsthandel der DDR,
1984 - Material / Technik
- Öl auf Hartfaser
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 48,5 x 39 cm
- Erwerbung
- 1984 Ankauf aus dem Staatlichen Kunsthandel der DDR
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/967043
Objektbeschreibung
Querner fand die meisten seiner Modelle in der unmittelbaren Umgebung, zumeist in dem Dorf Börnchen am Rand des östlichen Erzgebirges, wo er nach dem Krieg und der Zerstörung des Dresdner Ateliers wieder in seinem Vaterhaus lebte und arbeitete. In vielen Fällen hat er dieselben Menschen mehrfach porträtiert. Er musste sich ihnen nicht langsam nähern, er kannte ihre schwierigen Lebensumstände in der Nachkriegszeit, er zeigte sie aus unmittelbarer Beobachtung heraus als Individuen. Das vorliegende Werk stellt den uns unbekannten Rudolf Krämer dar. Querner gibt ihn mit skeptisch aufmerkend vorgestrecktem Kinn wieder, den rechten Mundwinkel leicht herabgezogen, die verwegen wirkende Kappe nach links abfallend. Zwischen Kopfbedeckung und bräunlicher Arbeitskleidung besticht das Gesicht mit den aufmerksamen Augen. Querner malte mit Vorliebe die von harter Arbeit geprägten Menschen der Dresdner Vororte und seines Heimatdorfes, schon in den 1930er-Jahren hatte er sie in beeindruckenden Bildern festgehalten (vgl. „Bäuerin in Märzlandschaft“, A IV 269). In den ersten Jahren nach dem Krieg fehlte ihm zudem das Geld, um Modelle zu engagieren, wie er mehrfach im Tagebuch vermerkt. Wohl nachträglich hat Querner den Dargestellten auf der Rückseite der Malpappe als „Krämer-Matze“ bezeichnet und das Bild mit „1950?“ datiert. Wie häufig nach Durchsicht früherer Arbeiten vergab er für uns nicht auflösbare Qualitätseinschätzungen, vielleicht unterschiedliche Aspekte des Werkes betreffend, hier ein „OXX“. | Angelika Wesenberg
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
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