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Bildnis Krämer

Ident. Nr.: A IV 477

ObjID: obj:967043

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Curt Querner (1904 - 1976),
Künstler*in
Datierung
um 1950
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Krämer
Übersetzung: Portrait of Krämer
Provenienz
Staatlicher Kunsthandel der DDR,
1984
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 48,5 x 39 cm
Erwerbung
1984 Ankauf aus dem Staatlichen Kunsthandel der DDR

Objektbeschreibung

Querner fand die meisten seiner Modelle in der unmittelbaren Umgebung, zumeist in dem Dorf Börnchen am Rand des östlichen Erzgebirges, wo er nach dem Krieg und der Zerstörung des Dresdner Ateliers wieder in seinem Vaterhaus lebte und arbeitete. In vielen Fällen hat er dieselben Menschen mehrfach porträtiert. Er musste sich ihnen nicht langsam nähern, er kannte ihre schwierigen Lebensumstände in der Nachkriegszeit, er zeigte sie aus unmittelbarer Beobachtung heraus als Individuen. Das vorliegende Werk stellt den uns unbekannten Rudolf Krämer dar. Querner gibt ihn mit skeptisch aufmerkend vorgestrecktem Kinn wieder, den rechten Mundwinkel leicht herabgezogen, die verwegen wirkende Kappe nach links abfallend. Zwischen Kopfbedeckung und bräunlicher Arbeitskleidung besticht das Gesicht mit den aufmerksamen Augen. Querner malte mit Vorliebe die von harter Arbeit geprägten Menschen der Dresdner Vororte und seines Heimatdorfes, schon in den 1930er-Jahren hatte er sie in beeindruckenden Bildern festgehalten (vgl. „Bäuerin in Märzlandschaft“, A IV 269). In den ersten Jahren nach dem Krieg fehlte ihm zudem das Geld, um Modelle zu engagieren, wie er mehrfach im Tagebuch vermerkt. Wohl nachträglich hat Querner den Dargestellten auf der Rückseite der Malpappe als „Krämer-Matze“ bezeichnet und das Bild mit „1950?“ datiert. Wie häufig nach Durchsicht früherer Arbeiten vergab er für uns nicht auflösbare Qualitätseinschätzungen, vielleicht unterschiedliche Aspekte des Werkes betreffend, hier ein „OXX“. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz