Strassenkaffee in Tunis
Ident. Nr.: SSG 129
ObjID: obj:1065565
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1914
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Strassenkaffee in TunisÜbersetzung: Street Café in TunisOriginaltitel: Café avec terrasse sur la rue, à Tunis
- Material / Technik
- Aquarell und Bleistift auf Papier, auf Karton montiert
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 9,5 x 21,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1065565
Objektbeschreibung
Mit seinen Malerfreunden August Macke und Louis Moilliet reiste Klee im April 1914 nach Tunesien. Von der Reise brachte er eine Reihe von Aquarellen mit, zu denen die Darstellung eines Platzes in der Hauptstadt gehört. Dieses Blatt schenkte Klee seiner Mutter. Mittels weniger Bleistiftstriche hatte er zunächst die Begrenzung des Platzes festgelegt und einzelne Torbögen angedeutet. Bei der weiteren Bearbeitung mit dem Pinsel wählte er dann für den Platz ein sandig-blasses Rot-Braun, während er für die Gebäude kräftigere Farbtöne verwendete. Sind die Häuser links noch als Solitäre erfasst und durch Binnendetails gegliedert, zeigt sich in den farbigen Quadraten rechts (möglicherweise die Auslagen eines Teppichhändlers) jene Tendenz zur Abstraktion, die Klee in den kommenden Jahren systematisch ausbauen sollte. „Die Farbe hat mich“, notierte Klee während des Tunisaufenthaltes in seinem (Ende 1921 allerdings von ihm neu redigierten) Tagebuch. „Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“ Grafisch hingegen behandelte er die figürlichen Szenen: Menschen auf dem Platz und an den Kaffeehaustischen sind als kürzelhafte Strichmännchen wiedergegeben. Diese Darstellungsweise hatte Klee in Auseinandersetzung mit dem Kubismus entwickelt, dem er 1912 vorhielt, nur für die Wiedergabe von Landschaften, nicht jedoch für Tiere und Menschen tauglich zu sein. Zu Füßen einer Einzelfigur befindet sich eine große hellblaue Dreiecksfläche, die als farbiger Schlagschatten eines hohen Gebäudes gedeutet werden kann, jedoch auch einen Dachgiebel meinen könnte, über den hinweg der Künstler den Platz ins Auge fasste. Das ursprüngliche Blatt beschnitt Klee horizontal und an den Seiten, sodass ein ungewöhnliches Querformat zustande kam, in dem die Farben friesartig aneinandergereiht sind. | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 07.07.2026
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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