Vampyr
Ident. Nr.: SSG 191
ObjID: obj:1065679
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1894
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Radierung mit Kaltnadel auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 29,9 x 22,9 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1065679
Objektbeschreibung
Die Szene, eine der frühesten Grafiken Munchs, ist mit mehr oder minder rau gehandhabter Nadel, mit starken Kontrasten und unruhiger Komposition auf die Platte geritzt. Der Radierung ging ein 1893/94 entstandenes Gemälde mit ähnlicher Thematik voran. Munch kehrt hier das alte Thema "Der Tod und das Mädchen" um, bei dem der Tod traditionsgemäß die junge weibliche Schönheit dahinrafft: Die blühende Frau und der Tod sind nunmehr eins geworden, die Unglück bringend triumphierende Frau wird zum Thema einer an Strindbergs Skeptizismus geschulten Weltsicht. Daneben tritt als Inspirationsquell wohl auch Nietzsche, mit dessen Denken Munch seit 1894 durch den Künstler- und Denkerkreis in Christiania (heute Oslo) vertraut war. Die leib- und leblose Maske links zu Füßen des Vampirs erinnert hinsichtlich des großen Schnauzbartes an Nietzsche. Dieser marginalisierte mundlose Kopf mit grüblerisch gefurchter Stirn ist dem Betrachter nahe, bleibt aber in seiner wächsernen Morbidität ein isoliertes Opfer vampirischer Kraft, ohnmächtig dem Geschehen beiwohnend. | Bernhard Maaz
Letzte Aktualisierung: 22.12.2025
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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