Tourelle, Rue de l'École de Médecine, 22
Ident. Nr.: SSG 186
ObjID: obj:1065699
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1861
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Tourelle, Rue de l'École de Médecine, 22Übersetzung: House with a Turret, No 22
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Radierung auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 21,1 x 13 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1065699
Objektbeschreibung
Die Grafik „Tourelle, Rue de l’École de Médecine, 22“ (Türmchen, Rue de l'École de Médecine, 22) zählte Charles Méryon selbst zu seinen besten Blättern. Das Hauptmotiv, das im Titel genannte Haus Nr. 22, bekrönt mit einem Turm am linken Bildrand, ist von historischer Bedeutung – hier soll Charlotte Corday den radikalen Führer der Französischen Revolution Jean-Paul Marat 1793 ermordet haben. Unbeachtet von den Menschen in den Straßen schweben im Himmel mehrere Figuren. Dem Haus Nr. 22 zugewandt und in einem Wolkenwirbel mit einem Rabenkopf zeigt sich Justitia, der Waage und Schwert aus den Händen geglitten sind. Hinter ihr stürzt Veritas, die Wahrheit, mit einem Buch in der Hand herbei. Über ihnen zu sehen ist Amor, dem scheinbar die Flügel ausgerissen wurden, und das Monogramm Méryons. Durch seine Darstellung lässt Méryon eine Ambivalenz entstehen, die sich durch die Kombination des scheinbaren Abbildes der architektonischen Wirklichkeit mit fantastischen Szenen ergeben. Diese subjektiven Fantasien des Künstlers erschweren in zahlreichen Bildern Méryons die Deutung und das Verständnis. Das Mysteriöse in seinen Werken wird betont durch die Darstellungen fantastischer Wesen, die unerwartet in seinen Stadtbildern auftauchen sowie durch starke Licht- und Schattenkontraste. Die gesamten Oberflächen der Motive sind von einer feinen grafischen Struktur überzogen, deren stoffliche Wirkung kaum zu beschreiben ist. Méryons grafisches Werk hatte trotz oder gerade aufgrund des mystischen Charakters Einfluss auf Künstler wie Rodolphe Bresdin, Odilon Redon und James Ensor. | Melanie Wilken
Letzte Aktualisierung: 15.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.de