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Keulenkopf (?) in Gestalt einer Schildkröte

Ident. Nr.: ÄM 15716

ObjID: obj:591762

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938)
Datierung
Negade II / III
Datierung engl.: Naqada II / III
Weitere Titel
Sammlungstitel: Keulenkopf (?) in Gestalt einer Schildkröte
Übersetzung: Mace head (?) in the shape of a turtle
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 3 x 15,5 x 16,8 cm

Objektbeschreibung

Die Keule spielt für die Herrschaftsikonografie seit Anbeginn der ägyptischen Geschichte eine wichtige Rolle. Bereits im 4. Jtsd. v. Chr. kommt das Bild des Herrschers mit einer Keule in der erhobenen Hand auf, der einen vor ihm Knienden niederschlägt. Die Szene ist zum charakteristischen Emblem der Ikonografie der Feindvernichtung geworden und findet bis in die griechisch-römische Zeit Verwendung. Die Keule selbst ist in den Gräbern und Tempeldepots vorwiegend nur noch in Form des Keulenkopfes – zumeist aus Stein gearbeitet – erhalten. Gibt es zu Beginn der ägyptischen Geschichte eine große Fülle unterschiedlicher Formenvarianten, wie auch das Beispiel in Form einer Schildkröte zu illustrieren vermag, setzt sich am Übergang vom 4. zum 3. Jtsd. v. Chr. der sogenannte Birnenkeulenkopf durch, der bis in die römische Zeit erhalten bleibt.
(R. Kuhn)

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Büste der Göttin Isis auf rundem Sockel

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Auf einem runden, nach oben verjüngten Sockel liegt eine Kugel, auf der die Büste der Göttin Isis in ihrer hellenistischen Ikonographie steht. Sie ist in einem attischen Chiton und darüber einer Knotenpalla gekleidet, wobei die Palla nach oben gezogen wurde, um den Kopf zu bedecken. Auf dem Kopf trägt Isis über der Palla einen Kopfschmuck, der aus Kuhhörnern, zwei Getreideähren, zwei Straußenfedern und einem Granatapfel besteht. Die Augen wurden mit kleinen Goldplatten aufgelegt. Zwei Vertiefungen auf den Goldplatten fungieren als die Pupillen der Göttin.Um die ägyptischen Gottheiten besser in der hellenistischen Weltanschauung integrieren zu können, fand bereits vor der Eroberung Alexanders des Großen die Angleichung ägyptischer Gottheiten mit den hellenistischen statt. So wurde Isis zum Beispiel häufig mit Demeter, Io oder Aphrodite gleichgesetzt. Die vielfachen Bedeutungen und Eigenschaften der ägyptischen Isis machte sie jedoch zu einer allumfassenden Göttin, die mit allen Göttinnen identisch war. Als Pendant zu dem neu kreierten ägyptisch-hellenistischen All- und Dynastiegott Serapis bekam Isis ebenfalls eine hellenistische Darstellungsform. Die vielfältigen Kronenvarianten und Attribute der Isis, analog zu den zahlreichen Verbindungsmöglichkeiten mit anderen Göttinnen, dienen dabei als Modifikations- und Verstärkungselemente sowie der Einbindung in kultische und mythische Zusammenhänge.So kennzeichnen die Kuhhörner der Berliner Isis-Büste, die zusammen mit den hohen Straußenfedern die Verbindung mit der ägyptischen Göttin Hathor verdeutlichen, genauso wie zur hellenistischen Io. Die Ähren und der Granatapfel stehen zudem für den Zusammenhang der Isis mit Demeter und Kore-Persephone. In dieser Gestalt der Isis tritt der Natur- und Fruchtbarkeitsaspekt deutlich in den Vordergrund.Des Weiteren wies der Bereich Palästina schon in pharaonischer Zeit enge Kontakte mit Ägypten auf. Hinzu kommt, dass sich die Isis-Kulte in der griechisch-römischen Zeit weit über die Grenzen Ägyptens hinaus über den gesamten Mittelmeerraum verbreiteten. Daher ist es nicht verwunderlich, im Land Israel solch eine Isis-Büste finden zu können.(I. Liao)