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Figur einer aufgebäumten Uräusschlange

Ident. Nr.: ÄM 21961

ObjID: obj:605859

Credit: Schenkung James Simon, 1920

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton (18. Dynastie -> Neues Reich -> Ägypten)
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Sammlungstitel: Figur einer aufgebäumten Uräusschlange
Übersetzung: Cobra Figurine
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 17,2 x 9 x 10,4 cm

Objektbeschreibung

Die persönliche Frömmigkeit der Bewohner Achet-Atons verteilte sich auf den privaten und den so genannten „offiziellen“ Bereich. Ein Großteil der Stadtbevölkerung hatte sich die alten Traditionen bewahrt, wobei kleine Hausgötter und Dämonen neben der offiziellen Staatsreligion weiter bestanden. In diesen Bereich der persönlichen Frömmigkeit gehört die bemalte Figur einer Uräus-Schlange, die in einem großen Wohnhaus in Achet-Aton nebst einer Vielzahl von Beischläferfigurinen und der berühmten, unvollendeten Statuette des „küssenden Königs mit Blauer Krone und Tochter auf dem Schoß“ gefunden wurde.
Die Menschen erhofften sich Heil und Schutz von ihren Hausgottheiten, weshalb eine große Menge von Statuetten und Amuletten für diesen Zweck hergestellt wurde. Durch die Grabungen der DOG 1911–1914 kamen sowohl viele Kultobjekte der staatstragenden Königsverehrung als auch zahlreiche Figurinen und Schmuckelemente der privaten Götterverehrung zum Vorschein. Diese Funde illustrieren eine breit gefächerte Glaubenswelt für das Leben der Bewohner Achet-Atons.
Nach: Taschner, L.; Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 238 (Kat.-Nr. 25).

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Büste der Göttin Isis auf rundem Sockel

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Auf einem runden, nach oben verjüngten Sockel liegt eine Kugel, auf der die Büste der Göttin Isis in ihrer hellenistischen Ikonographie steht. Sie ist in einem attischen Chiton und darüber einer Knotenpalla gekleidet, wobei die Palla nach oben gezogen wurde, um den Kopf zu bedecken. Auf dem Kopf trägt Isis über der Palla einen Kopfschmuck, der aus Kuhhörnern, zwei Getreideähren, zwei Straußenfedern und einem Granatapfel besteht. Die Augen wurden mit kleinen Goldplatten aufgelegt. Zwei Vertiefungen auf den Goldplatten fungieren als die Pupillen der Göttin.Um die ägyptischen Gottheiten besser in der hellenistischen Weltanschauung integrieren zu können, fand bereits vor der Eroberung Alexanders des Großen die Angleichung ägyptischer Gottheiten mit den hellenistischen statt. So wurde Isis zum Beispiel häufig mit Demeter, Io oder Aphrodite gleichgesetzt. Die vielfachen Bedeutungen und Eigenschaften der ägyptischen Isis machte sie jedoch zu einer allumfassenden Göttin, die mit allen Göttinnen identisch war. Als Pendant zu dem neu kreierten ägyptisch-hellenistischen All- und Dynastiegott Serapis bekam Isis ebenfalls eine hellenistische Darstellungsform. Die vielfältigen Kronenvarianten und Attribute der Isis, analog zu den zahlreichen Verbindungsmöglichkeiten mit anderen Göttinnen, dienen dabei als Modifikations- und Verstärkungselemente sowie der Einbindung in kultische und mythische Zusammenhänge.So kennzeichnen die Kuhhörner der Berliner Isis-Büste, die zusammen mit den hohen Straußenfedern die Verbindung mit der ägyptischen Göttin Hathor verdeutlichen, genauso wie zur hellenistischen Io. Die Ähren und der Granatapfel stehen zudem für den Zusammenhang der Isis mit Demeter und Kore-Persephone. In dieser Gestalt der Isis tritt der Natur- und Fruchtbarkeitsaspekt deutlich in den Vordergrund.Des Weiteren wies der Bereich Palästina schon in pharaonischer Zeit enge Kontakte mit Ägypten auf. Hinzu kommt, dass sich die Isis-Kulte in der griechisch-römischen Zeit weit über die Grenzen Ägyptens hinaus über den gesamten Mittelmeerraum verbreiteten. Daher ist es nicht verwunderlich, im Land Israel solch eine Isis-Büste finden zu können.(I. Liao)