Galgenhumor
Ident. Nr.: NG MB 100/2000
ObjID: obj:958380
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1919
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: GalgenhumorÜbersetzung: Gallows Humour
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
396256Nachlass/Vermächtnis: Lily Klee, Bern,
vermutlich 1940 - vermutlich 1946vermutlich Klee-Gesellschaft, Bern,
vermutlich 1946 - vermutlich spätestens 1950Werner Allenbach/Klee-Gesellschaft, Bern,
vermutlich spätestens 1950 - vermutlich 1952Werner Allenbach, Bern,
vermutlich 1953 - 1958Berggruen & Cie., Paris,
1958Auktion: Klipstein & Kornfeld, Bern,
1958Auktion: Sotheby´s, London,
31.3.1965Galerie Beyeler, Basel,
1965–1969Dunkelman Gallery, Toronto,
1969Auktion: Sotheby´s, London,
3.4.1974Anonymus,
1974Kommission: Waddington Galleries Ltd., London,
1974Auktion: Kornfeld & Klipstein, Bern,
13.6.1974Waddington Galleries Ltd., London,
13.6.1974–1978Thomas Newman, New York,
vermutlich 1978 - 1987David Carrit Ltd./Artemis Fine Arts, London,
1989Kauf: Heinz Berggruen, Paris,
1990Kauf: BIGI Co., Ltd./Yuji Okusu, Tokyo,
1990–1998Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
17.11.1998–2000 - Material / Technik
- Tuschfeder auf Papier auf Karton
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 28 x 21,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/958380
Objektbeschreibung
Kopfunter hängt eines der baumelnden Gespenster am Galgen, mehr Strohpuppe als Opfer, an der Hüfte (!) festgemacht, die verrutschte Hose als Fessel an den Beinen, der Kopf ist nichts als eine leere Grimasse. Für Klee gab es aber nicht die einfache Lösung des schaurigen Ereignisses: Genickbruch = der schnelle Tod. Er inszenierte eine quasi dadaistische Hin-Richtung der hintergründigen Art: Wer so aufgehängt wird wie dieses Besen-Wesen, der baumelt ewig. Doch von Ewigkeit keine Spur, ist der Spinnefix solcher Grausamkeit doch nur eine Luftnummer auf einem zerbrechlichen Ständerbau. Der Galgen ist zerfasert wie ein Strick, der gleich reißt. Ausgelassen und voller Spott tanzt die Pantomimengemeinde hohnlachend ihren Galgenhumor zum eigenen Tode hin. Über alldem schwebt ein grinsendes, gekröntes Etwas; in der Linken schwingt bedrohlich das Pendel aus. Eine nach dem Zusammenbruch sinnlos gewordene und kopfstehende Welt von Kaiser Wilhelms Gnaden war 1919 endlich passé. Mit „Galgenhumor“ wird der anachronistisch gewordene Popanz zum Gelächter aller Zeitgenossen und Nachgeborenen in den Wind des Vergessens gehängt. Die Zeichnung ist eine von Klees Grotesken zur Grablegung einer nunmehr verschiedenen Epoche. | Roland März
Letzte Aktualisierung: 10.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen