Amsel
Ident. Nr.: NG MB 74/2000
ObjID: obj:959843
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1943
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: AmselOriginaltitel: MerleÜbersetzung: Blackbird
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Dora Maar, Paris,
1997Auktion: Piasa, Paris,
27.10.1998Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
27.10.1998–2000 - Material / Technik
- Holz, Gips und Draht
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 22 x 18 x 7 cm (inkl. Sockel)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959843
Objektbeschreibung
Picasso integrierte Alltagsgegenstände nicht nur in seine Bildwerke (das Stück Zeitungspapier in „Glas und Würfel“, NG MB 21/2000) und Plastiken (den Absinthlöffel in „Das Absinth-Glas“, NG MB 23/2000), mitunter fertigte er sogar ganze Objekte aus vorgefundenem Material. So auch die „Amsel“, deren Körper aus dünnem Holz wie etwa von Zigarrenschachteln besteht, welches der Künstler in Stücke gebrochen und zu einem Vogel mit angelegten Flügeln zusammengesetzt hat. Eine Bohrung am Kopf ergibt das Auge, eine Gipsbinde auf Brusthöhe hält das Ensemble zusammen und dient auch als Ankerpunkt für den Draht, der den Vogel über dem ebenfalls vorgefundenen Reliefsockel schweben lässt. Im Œuvre Picassos steht diese Skulptur in einer Reihe mit weiteren Quasi-Readymades wie dem „Stierkopf“ (1942; Musée Picasso, Paris), der nur aus einem Fahrradlenker und -sattel gebildet ist. Bei der „Amsel“ hingegen kontrastieren die wenigen Arbeitsschritte und die finanzielle Geringfügigkeit des Materials mit der Fragilität des kleinen Vogels, der auf schonende Wertschätzung angewiesen zu sein scheint, um zu überleben. Picasso schenkte die „Amsel“ Dora Maar, seiner damaligen Lebensgefährtin. In einer biografischen Deutung erhält das Werk den Symbolcharakter einer Abschiedsgabe, da der Künstler Dora Maar noch 1943 für Françoise Gilot verließ. Maar behielt die „Amsel“ bis zu ihrem Tod im Jahr 1997 bei sich. | Gabriel Montua
Letzte Aktualisierung: 11.03.2026
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Einrichtung:
Museum Berggruen