Bildnis Nusch
Ident. Nr.: NG MB 54/2000
ObjID: obj:962398
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1937
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Bildnis NuschOriginaltitel: Portrait de NuschÜbersetzung: Portrait of NuschOriginaltitel: Retrato de Nusch
- Provenienz
- vermutlich Paul Eluard, Paris,
366609Kauf: Hugh Willoughby, Cheltenham,
August/September 1937 - Dezember 1951Auktion: Sammlung Trentham, England,
Dezember 1951Galerie Berggruen/Heinz Berggruen, Paris,
397030Paul Kantor Gallery, Beverly Hills, Kalifornien,
1982 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 55 x 46 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/962398
Objektbeschreibung
Nach der Vollendung von „Guernica“ (Museo Reina Sofía, Madrid) im Juni 1937 fuhren Picasso und Dora Maar, die aus Argentinien stammende Fotografin und Malerin, nach Mougins an die Côte d’Azur, um den Sommer gemeinsam mit Paul Éluard und seiner Frau Nusch (1906–1946) zu verbringen. Nusch, mit bürgerlichem Namen Maria Benz, war nicht nur die Muse der Surrealisten, sondern hatte sich zuvor in Berlin als Schauspielerin im Varieté, als Akrobatin und dann auch in Paris am Théâtre du Grand Guignol einen Namen gemacht. Nusch, ein Kosename von Max Bill, ging auf Paul Hindemiths kurze Oper „Das Nusch-Nuschi“ (1921) zurück, eine pikante Klamotte, ein „Spiel für burmanische Marionetten“, das seinerzeit als skandalös galt. Die zarte und ätherisch wirkende, aparte Frau seines Dichterfreundes hat Picasso mehrmals in kühlen Farben wie Blau, Violett, Weiß und hellem Grün porträtiert. Das Bild des Museums Berggruen zeigt uns eine faszinierende, gleichwohl erschreckende Frau mit mörderischem Blick. Sie ist auf einem dunkelbraunen Grund gemalt, der als Schatten und „zweite Person“ neben ihr steht. Davor sieht man Nusch im Profil, in das eine En-face-Ansicht eingesetzt ist. Die Nasenlöcher nehmen, wie William Rubin schrieb, das Motiv der Tränen auf und verweisen so auf die „weinenden“ Frauen, die Picasso in der Folge von „Guernica“ geschaffen hat (Picasso and Portraiture, Ausst.-Kat. The Museum of Modern Art, New York, 1996, S. 83 ff.). Hinter dem Tingeltangel und der Maquillage der eleganten Pariserin, die Man Ray fotografiert hatte, verbergen sich die Schrecken des Krieges. | Angela Schneider
Letzte Aktualisierung: 20.05.2026
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Museum Berggruen