Das Zirkuspferd
Ident. Nr.: NG MB 55/2000
ObjID: obj:958391
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1937
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Das ZirkuspferdOriginaltitel: Le cheval de cirqueÜbersetzung: The Circus Horse
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Paul Rosenberg, New York,
1955Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1955–2000 - Material / Technik
- Gouache, Tuschfeder und Pastell auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 29 x 43 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/958391
Objektbeschreibung
Dem Pferd kommt in Picassos Œuvre ein besonderer Stellenwert zu, in unterschiedlichen Konstellationen hat der Maler es immer wieder zu Papier oder auf die Leinwand gebracht. Es tritt meist als verängstigtes, dominiertes Tier in Erscheinung, wie es etwa in „Minotauromachie“ (NG MB 52/2000) der Fall ist. Picassos Darstellung des sterbenden Pferdes in dem Monumentalwerk „Guernica“ von 1937 (Museo Reina Sofía, Madrid) zählt gar zu den berühmtesten Pferdebildnissen der westlichen Kunstgeschichte. Wenige Monate nach „Guernica“ entstand am 23. Oktober 1937 das Pastell „Das Zirkuspferd“, das Heinz Berggruen 1955 von dem Pariser Kunsthändler Paul Rosenberg erwarb. Zu sehen ist eine Szene in einer Manege, ein Mann packt mit der linken Hand ein Pferd am Zaum und hält in der rechten die Peitsche. Im Hintergrund hat Picasso schemenhaft das Publikum gezeichnet. Trotz der gemeinhin als heiter verstandenen Zirkus-Szenerie haftet der Szene etwas Bedrohliches, Brutales an: Das wie mit Narben übersäte Pferd stemmt sich sichtlich gegen das Ziehen des Mannes, mit großen Augen sieht es uns hilfesuchend an. Die Kleidung des Mannes ist blutrot, Augen und Mund sind weit geöffnet, auch er wirkt verstört. Mit dem Werk hat Picasso Leid und Unsicherheit im Angesicht der Gewalt ausgedrückt – so lässt sich auch dieses Pastell, wie besonders „Guernica“, im Kontext des Spanischen Bürgerkriegs lesen. | Anna Wegenschimmel
Letzte Aktualisierung: 20.05.2026
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Museum Berggruen