Glas und Würfel
Ident. Nr.: NG MB 21/2000
ObjID: obj:964048
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1914
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Glas und WürfelOriginaltitel: Verre et désÜbersetzung: Glass and Dice
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Galerie Kahnweiler, Paris,
1914Beschlagnahmung: Französischer Staat,
1914–1923Auktion: Hôtel Drouot, Paris,
395483Kauf: Vicomtesse Marie-Laure de Noailles, Paris,
um 1923 - 1954Jacques Goldschmidt, Paris,
1954Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1954–2000 - Material / Technik
- Bleistift, Gouache und papier collée auf grundiertem Papier auf Karton
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 23,5 x 14,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/964048
Objektbeschreibung
Der Kelch des Glases ist über dem Fuß durch einen weißen, in Gouache gezogenen Halbkreis angedeutet. Das Glas erhält seinen Raum durch das aufgeklebte Stück Zeitung, das einzige in einem kubistischen Werk in der Sammlung des Museum Berggruen (alle anderen sind gemalt); es gibt Kurse von Wertpapieren und Edelmetallen wieder, wie sie Picasso häufiger in seine Werke integrierte. In „Flasche auf einem Tisch“ (1912; Musée Picasso, Paris) malte er mit wenigen Strichen direkt auf eine umgedrehte Zeitungsseite mit der gut lesbaren Überschrift „La semaine financière et économique“ (Die Finanz- und Wirtschaftswoche). Monetäre Implikationen hat auch die von Heinz Berggruen erzählte kuriose Geschichte, wie er 1955, ein Jahr nach dem Ankauf des Bildes „Glas und Würfel“ aus der Sammlung der Vicomtesse Marie-Laure de Noailles, einer Mäzenin der Avantgarde, es plötzlich bei dem US-amerikanischen Sammler Klaus Perls wiederfand. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine Fälschung durch den Liebhaber der Vicomtesse, den surrealistischen Maler Óscar Domínguez, der das Original ohne das Wissen seiner Geliebten über einen Mittelsmann an Berggruen verkauft hatte und seine Fälschung an die Wand hing, bis de Noailles diese an Perls veräußerte (Heinz Berggruen, Hauptwege und Nebenwege, Frankfurt am Main 1999, S. 224 f.). Ein Vergleich des eingeklebten Zeitungspapiers mit einem Foto des Originals hätte den Fall rechtzeitig aufdecken können, denn Domínguez konnte für seine Fälschung unmöglich den gleichen Zeitungsschnipsel finden. | Gabriel Montua
Letzte Aktualisierung: 16.01.2026
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Museum Berggruen