Sitzender Harlekin
Ident. Nr.: NG MB 5/2000
ObjID: obj:963672
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1905
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Sitzender HarlekinOriginaltitel: Arlequin assisÜbersetzung: Seated Harlequin
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Kauf: Ambroise Vollard, Paris,
394992vermutlich im Nachlass von Madame de Galea,
394994Nachlass/Vermächtnis: Christian de Galea,
394997Didier Imbert Fine Art, Paris,
394998Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
um 14.6.1995 - 2000 - Material / Technik
- Aquarell und Tusche auf Malpappe
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 57,2 x 41,2 cm
- Erwerbung
- 2000 Ankauf von Heinz Berggruen mit Unterstützung der Bundesregierung und des Landes Berlin
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963672
Objektbeschreibung
„Sitzender Harlekin“ gelangte aus dem Nachlass Ambroise Vollards, des Kunsthändlers der Pariser Avantgarde, in die Sammlung von Heinz Berggruen. 1905 datiert gehört das Bild in die Reihe der Harlekine und Akrobaten dieses Jahres, die mit dem monumentalen Gemälde „Les Saltimbanques“, das Rainer Maria Rilke zu seiner fünften „Duineser Elegie“ (1922) inspirierte, abschloss (1905; National Gallery of Art, Washington, D. C.). Die Gouache zeigt den jugendlichen Harlekin in seinem verwaschenen Trikot und der Narrenkappe allein vor der in Ocker und Rot changierenden Wand. Mit dem misstrauischen Blick und dem zurückweichenden kindlichen Körper ist er den melancholischen, am Rande der Gesellschaft lebenden Gestalten der Blauen Periode nah. Ort- und bodenlos sitzt er mit baumelnden Beinen auf der eben nur angedeuteten Bank. Das deutlich über die sanften Töne der Rosa Periode entfachte helle Rot, „ein Rot wie krankes Blut“, schreibt Josep Palau i Fabre (Josep Palau i Fabre, Picasso. Kindheit und Jugend eines Genies, 1881–1907, München 1981, S. 408), kündigt ein bevorstehendes Drama an, das sich im Augenblick noch hinter dem fast weißen, wie geschminkt wirkenden Körper abspielt. Harlekine und Akrobaten sind im Werk Picassos weit mehr als lustige Figuren der Commedia dell’Arte. Sie werden zum Alter Ego des Künstlers, dessen Gesichtszüge sich in ihnen spiegeln. Mit seiner zu großen Kappe, die auch an den napoleonischen Zweispitz erinnert, erscheint „Sitzender Harlekin“ als beides, als trauriger Narr und nachdenklicher Held. | Angela Schneider
Letzte Aktualisierung: 02.03.2026
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Einrichtung:
Museum Berggruen