Frau mit Hut
Ident. Nr.: NG MB 59/2000
ObjID: obj:964049
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1938
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Frau mit HutOriginaltitel: Buste de femme au chapeauÜbersetzung: Woman with a Hat
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Richard Weil, St. Louis,
395831Morton D. May, St. Louis,
395832Mrs. Millard Waldheim, St. Louis,
395833Kommission: M. Knoedler & Co., New York,
7.3.1959–30.11.1962Galerie Arts Ancienne,
30.11.1962Marlborough-Gerson Gallery, New York,
1962Mrs. Martin Goodman, New York,
395837Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
17.5.1990–2000 - Material / Technik
- Farbkreide, Tuschfeder und Kohle auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 76,5 x 56,2 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/964049
Objektbeschreibung
Dora Maar (1907–1997) und Picasso sind einander wohl im Winter 1935/1936 durch die Vermittlung von Paul Éluard begegnet, der beide von den Treffen der Surrealisten her kannte. Legende ist jene Szene im Café Deux Magots, die Picassos spätere Lebensgefährtin Françoise Gilot schilderte: „Sie trug schwarze Handschuhe mit applizierten rosa Blümchen. Plötzlich streifte sie die Handschuhe ab, nahm ein langes spitzes Messer und begann es zwischen ihren gespreizten Fingern in den Tisch zu bohren. Als das Spiel zu Ende war, troff ihre Hand von Blut. Er war fasziniert“ (Françoise Gilot und Carlton Lake, Leben mit Picasso, München 1965, S. 76). Diese Faszination fand in unzähligen Bildern von Dora Maar Ausdruck. Ihr Gesicht wurde weit mehr als jedes andere Sujet zum Emblem der Kriegsjahre. Leid, Zerstörung, Angst und Hoffnungslosigkeit lassen sich in den vielfach grotesk verzerrten Ansichten dieser ausnehmend schönen Frau wie auf einem Barometer ablesen. Das Bild vom April 1938 ist vergleichsweise ausgewogen, sehr hoheitsvoll und distanziert. Daran ändert auch der kleine karnevaleske Hut, den Picasso ihr gerne verpasste, nichts. In sanftem Schwung sind Gesicht, Hut und Schultern gezeichnet. Die mit Feder und Kohlestift in das Pastell gezogenen Konturen liegen wie ein transparentes Gerüst über dem Körper und den gleichsam atmenden Farbflächen. „Ganz zum Schluss“, so Richard Kendall, „hat Picasso das Gesicht mit feinen Linien überzogen, die wie ein nervöses Spinnennetz über der weißen Haut liegen“ (Léal, in: New York- Paris 1996/1997, S. 387). | Angela Schneider
Letzte Aktualisierung: 12.05.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen