Agitator
Ident. Nr.: A IV 77
ObjID: obj:959006
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1931
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 160 x 100 cm
- Erwerbung
- 1966 Ankauf vom Künstler aus Mitteln des Kulturfonds der DDR
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/959006
Objektbeschreibung
Querner hat den „Agitator“ wie auch „Demonstration“ (A IV 78) nach 1933 verkleinert. Ursprünglich war am rechten Rand eine Hand mit einem auf den Redner gerichteten Revolver zu sehen. Auch hier wirkt die Reduktion des Motivs als Steigerung des Ausdrucks. Das alleinige Bildmotiv ist nun die straff gespannte, fast lebensgroße Gestalt des „Agitators“, die mit anklagender Zeigegeste und zornig geöffnetem Mund breitbeinig vor einer altersgrauen Hausecke steht. Auffallend ist die Abwesenheit der Zuhörerschaft. Nur knapp am Rand ist der Raum angedeutet, in den die Figur spricht: ein gespenstisch leerer Vorstadtplatz mit fahlen Häusern. Gezeigt wird somit nicht der allegorische „Riese Proletariat“ aus der Agitationskunst, sondern „ein unbequemer Zeitgenosse, der nüchtern, ungeschminkt sagt, was zu tun ist, und sich auf keine Spitzfindigkeit einlässt“ (Hellmuth Heinz, Curt Querner, Dresden 1968, S. 24). In einem Brief aus diesen Tagen schrieb Querner: „Es gibt als Maler zwar Möglichkeiten, an die vorderste Reihe zu kommen, durch einen rücksichtslosen Egoismus nach der Gesellschaft hin – sowas wie Arschlecken und dergleichen schöne Dinge machen –, oder als einfacher gerader Kerl durchs Leben gehen, ein Gegner dieser Gesellschaft zu sein, sie ablehnen, umformen, eine Malerei mit einfachen Mittel aufbauen – den Weg habe ich gewählt. Es ist der beschwerlichere. Darum bin ich von der Akademie weggegangen“ (zit. nach Curt Querner, 1904–1976, Ausst.- Kat., Wien, 1979, S. 10). | Kyllikki Zacharias
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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