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Berliner Stillleben III

Ident. Nr.: B III 127

ObjID: obj:960204

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Christa Sammler (1932 -),
Künstler*in
Datierung
1964/1965
Weitere Titel
Sammlungstitel: Berliner Stillleben III
Übersetzung: Berlin Still Life III
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 28,5 x 21,5 x 7,5 cm (unregelmäßig)
Erwerbung
1970 Ankauf von der Künstlerin, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Für das dritte aus einer vierteiligen Reihe von Reliefs, mit denen Sammler ihre Arbeit in diesem Medium aufnahm, wählte sie ein kleines hochrechteckiges Format mit leicht unregelmäßigem Umriss. Zentral zeigt es einen antikisch stilisierten und lorbeerbekränzten Kopf. Hinterfangen wird dieser von einem Fensterrahmen, der mit Gesims und zwei verschiedenen Volutenkonsolen ebenfalls auf ein klassisches Formenvokabular zurückgreift. Neben dem im Fenster gleichsam schwebenden Kopf weht ein Vorhang aus einem nicht dargestellten Inneren nach draußen. In ihren Reliefs gab Sammler eigenen Erlebnissen und Vorstellungen zeichenhafte Form. Oft spielten dabei auch Überlegungen zu Vergangenem eine Rolle: „Die Durchdringung von Vergangenheit und Gegenwart ist in vielfältiger Form Bestandteil des Lebens und der Kunst. Im Kunstwerk lebt die Vergangenheit sich verwandelnd fort als ein Gleichnis für Tod und Wiederkehr.“ (Zit. n. Christa Sammler. Skulptur, Berlin 1994, o. S.) Bei dem „antiken“ Kopf, der im „Berliner Stillleben III“ ein offenes Fenster passiert, mag es sich um ein solches Gleichnis handeln. | Sophie Thorak

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz