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Meine Kinder

Ident. Nr.: A II 1051

ObjID: obj:961602

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Ehmsen (1886 - 1964),
Künstler*in
Datierung
1926
Weitere Titel
Sammlungstitel: Meine Kinder
Übersetzung: My Children
Originaltitel: I miei figli
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1950
Kauf: Magistrat von Groß-Berlin,
1950–1951
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 85 x 66,5 cm
Erwerbung
1950 Ankauf vom Künstler für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Mit dem Doppelporträt seiner Kinder, der Sohn Horst 1917 geboren, die Tochter Marianne 1921, wird in der Literatur eine gewisse Hinwendung Ehmsens zur Neuen Sachlichkeit konstatiert. Hierfür sprechen das private Bildthema wie auch die vergleichsweise beruhigte Zentralperspektive. Ehmsens Farben sind weiterhin stark expressiv, jedoch hat sich der Ton gegenüber den frühen 1920er-Jahren verändert. Die zerrissenen Akkorde von Petrolgrün, Blau, Weiß und gedämpftem Ocker fügen sich zu einem homogeneren Klang. Zusammen mit den großen, kindlich-plumpen Körpern in einem stark fluchtenden und nahezu leeren Innenraum entfaltet sich eine höchst ambivalente Wirkung zwischen zuversichtlich kraftvoller Naivität und latent bedrohter Heimlichkeit. Tisch und Bank erinnern – in umgekehrtem Größenverhältnis – an die Möblierung in „Im Irrenhaus“ (A IV 234). Als Vorlage für „Meine Kinder“ diente eine Fotografie aus dem Jahre 1921. Eine erste Version des Gemäldes ist verschollen, eine spätere befindet sich heute in der Eremitage in Sankt Petersburg (1932 vom Museum für Westeuropäische Kunst in Moskau vom Künstler erworben). Die Datierung hat Ehmsen handschriftlich im Katalog der „Januar-Ausstellung“ des Neuen Museums Wiesbaden im Januar 1927 vermerkt. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson