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Porträtkopf Nell Walden

Ident. Nr.: B I 491

ObjID: obj:963880

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
William Wauer (1866 - 1962),
Künstler*in
Datierung
1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträtkopf Nell Walden
Übersetzung: Portrait Bust of Nell Walden
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 21 x 16 x 15 cm
Erwerbung
1928 Ankauf durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung aus der Großen Berliner Kunstausstellung 1927 für die Nationalgalerie.

Objektbeschreibung

Das Weiß des Marmors unterstützt die geisterhafte Erscheinung des kleinen weiblichen Kopfes – dieser löst sich als Schemen aus einer diffusen Materie heraus, die sich von links in Richtung des Halses verjüngt. Kurze, voluminöse Haare umgeben das schmale Gesicht, der Pony fällt über die Stirn, den Mund umspielt ein feines Lächeln. Dynamisch erhebt sich der Kopf aus dem Stein, die Gesichtszüge sind nur leicht ausgearbeitet, alles scheint im Fluss zu sein in dieser Plastik, in der sich Wauers besonderes Verständnis einer virtuosen Büstengestaltung offenbart. Dargestellt ist die aus Schweden stammende Künstlerin Nell Walden (1887–1975). Nach einem Musikstudium in Lund arbeitete sie in Berlin als Klavier- und Sprachlehrerin sowie Übersetzerin. Dort traf sie auch ihren späteren Ehemann Herwarth Walden, den Gründer der Zeitschrift „Der Sturm“ und der gleichnamigen Galerie. Nell Walden war zudem selbst als Malerin tätig. Charakteristisch für ihr Werk ist die Hinterglasmalerei, die sie in Murnau bei Gabriele Münter und Wassily Kandinsky kennengelernt hatte. Kurz danach, im Frühjahr 1915, entstanden ihre ersten abstrakten Bilder, die sie in der Sturm-Galerie öffentlich zeigte. Schon bevor sie sich der Malerei widmete hatte sie damit begonnen, Kunstwerke für die Sturm-Ausstellungen sowie ethnografische Objekte zu erwerben. Wauer war mit den Waldens befreundet und schuf neben diesem noch weitere Porträts der beiden (vgl. die Büste von Herwarth Walden, B II 45). | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz